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Streit um Open Air auf der Stader Geest

Das Shining-Open-Air bei Nacht (Foto: Hans Hase)
 
Organisator Christopher Kiel

Erneut Lärmbeschwerden bei Shining-Festival: Organisator und Veranstalter ziehen Ortswechsel in Betracht

tp. Himmelpforten. Die einen wollten feiern, die anderen ihre Ruhe: Das dritte Shining-Festival in Himmelpforten sorgte für Unmut bei den Bürgern. Nun denken die Macher über einen Wechsel des Veranstaltungsortes nach. Zwar verlief das Open-Air mit elektronischer Tanzmusik im Psychedelic-Stil von Freitag bis Sonntag, 12. bis 14. August, nach Bekunden der Behörden weitgehend friedlich, doch erneut gab es Konflikte wegen des Lärmschutzes der Anwohner.

Wie berichtet, hatten Organisator Christopher Kiel (26) und Veranstalter Michael Hentschel (29) das Festival vom Geest-Dorf Blumenthal an den Ortsrand von Himmelpforten verlegt, weil sich Anwohner über wummernde Bässe im besonders tiefen Frequenzbereich beschwert hatten. Zusätzlich kassierte das Ordnungsamt erstmals eine Kaution und forderte ein Lärmschutzgutachten.

Doch auch beim jüngsten "Shining", an dem rund 600 Besucher teilnahmen, gab es Beschwerden. Daraufhin werde die Samtgemeinde-Verwaltung Oldendorf-Himmelpforten voraussichtlich "ein bis zwei Drittel" der Kaution einbehalten, berichtet Christopher Kiel.

Anlass gab jedoch keine Bassbelastung, sondern ein Verstoß gegen die vertraglich vereinbarte Ruhezeit: Christopher Kiel räumt ein, entgegen einer Aufforderung der Polizei, die Anlage um 2 Uhr nachts komplett abzustellen, das Gelände Sonntagfrüh "auf Zimmerlautstärke" weiter beschallt zu haben. "Dem Publikum zuliebe", beteuert der Hobby-DJ. Nur bei entsprechender musikalischer Untermalung komme die für das Festival typische Dekoration aus indischen Tüchern mit Hippie-Muster sowie Schwarzlicht-Beleuchtung zur Geltung.

Laut Samtgemeinde-Chef Holger Falcke "lief die Veranstaltung insgesamt friedlich ab". Es seien "knapp zehn Beschwerden wegen Lärmbelästigung - überwiegend aus Mittelsdorf und Hammah - aufgelaufen".

Christopher Kiel und Michael Hentschel vermuten, dass der Widerstand von wenigen Anwohnern rührt, die generell etwas gegen die Partymeute haben. Denn andererseits feierten rund 170 Gäste aus dem Dorf mit und nutzten den vergünstigten Eintritt. 15 Feuerwehrleute genossen Freibier. "Sogar vier ältere Damen mit Rollator aus dem benachbarten Seniorenheim wippten zur Musik", berichtet Michael Hentschel.

Kiel und Hetschel haben bereits die Planungen für das nächste Shining-Festival aufgenommen. Offen sei, ob sie die Veranstaltung erneut auf der Stader Geest durchführen wollten. Sie erwarteten dort eher eine Verschärfung der Auflagen und wollen sich deshalb in anderen Gemeinden umschauen. Das Duo will aber zunächst die Abschlussbesprechung mit der Polizei abwarten.

• Die beiden jungen Männer sammelten bei den am Festival beteiligten lokalen Unternehmen Spenden. Die Summe soll in Kürze an einen Kindergarten übergeben werden.

• Die Polizei Stade meldet einen insgesamt problemlosen Verlauf der Veranstaltung.
Bedenklich seien allerdings die vielen Drogenverstöße, so Polizeisprecher Herbert Kreykenbohm. Die Polizei sei in zwei Fällen zu hilflosen Personen gerufen worden, die offenbar unter Alkohol- bzw. Drogeneinfluss standen. In einem Fall habe eine Person Widerstand gegen einen Polizisten geleistet. Kreykenbohm bemängelt zudem die "totale Missachtung der Lautstärkebeschränkung".