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Ute Helms fand nach zwei Krebserkrankungen im Schweißen ihr Glück

Mit Schweißgerät und Flex erstellt Ute Helms Kunst und Möbel (Foto: am)
am. Burweg. Als Ute Helms (51) zum zweiten Mal die Diagnose Krebs bekam, war es für sie ein Schock ganz neuer Dimension. "Nichts wird so sein, wie vorher", sagte sie damals. "Ja, du hast recht, aber vielleicht wird es besser", entgegnete ihr Mann. Ganz unrecht hatte er damit nicht. Ute Helms ist es gelungen, ihre Welt neu zu ordnen. Sie fand eine neue Sicht aufs Leben und im Schweißen eine neue Leidenschaft und einen neuen Beruf. Jetzt stellt sie auf ihrem Hof in Burweg, Möbel und Kunstobjekte her. In Workshops gibt sie nicht nur das Handwerk, sondern auch ein Stück ihrer Lebenseinstellung an die Teilnehmer weiter.
Sie war 23 Jahre alt, als sie wegen Gebärmutterkrebs operiert wurde. "Ich wusste natürlich, dass ich danach keine Kinder mehr kriegen kann, aber die Tragweite war mir damals nicht ganz bewusst." Erst Jahre später, als ihre Freundinnen alle Kinder bekamen, spürte sie, dass etwas fehlte.
Dann kam der nächste Schicksalsschlag. Die Diagnose Brustkrebs, warf sie komplett aus der Bahn. "Ich fand mich mit 44 Jahren viel zu jung dafür", sagt sie. Zwölf Monate dauerte es, bis sie nach Chemotherapie, einer Operation und Bestrahlung wieder halbwegs fit war. Aber Ute Helms fand nicht mehr in ihr altes Leben zurück. Und auch ihrem Job als Arzthelferin, in dem sie 27 Jahre gearbeitet hatte, kehrte sie schweren Herzens den Rücken. "Nach meiner Therapie kamen mir die Erkrankungen, mit denen die Menschen zum Arzt gehen, so belanglos vor", sagt sie. "Ich glaube, ich hätte nicht mehr sensibel genug mit den Patienten umgehen können." Außerdem funktionierten ihr Gedächtnis und ihre Konzentration nicht mehr so, wie vorher. "Ich hatte Angst, daran gemessen zu werden, wie ich früher war."
Einige Zeit später zogen sie und ihr Mann nach Burweg auf den alten Hof in der Straße Milchstelle. Ihr Mann war es, der ihr den Umgang mit Schweißgerät und Flex beibrachte. Sie hat viel nachgedacht und angefangen, alles bewusster zu machen. "Vorher bin ich blind durchs Leben gegangen", sagt sie im Rückblick. Seit sie schweißt, dominiere der Krebs nicht mehr ihre Gedanken. Sie gehe jetzt offen mit ihrer Geschichte um, einerseits für sich selbst und andererseits, weil sie gemerkt habe, dass es auch anderen Frauen hilft.
• Ihre Werke sind in einer Dauerausstellung in Lamstedt, Inne Grüpp 1, zu besichtigen. Weitere Infos auf www.milchstelle.de