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Vorgaben der EU werden umgesetzt

Das neue Naturschutzgebiet "Kehdinger Moor" vereint die Bereiche "Wasserkruger Moor" und "Willes Heide" (Foto: sum)
Landkreis weist Naturschutzgebiet "Kehdinger Moor" aus

sum/jd. Kehdingen. Die Naturschutzgebiete „Wasserkruger Moor“ in der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten und „Willes Heide“ in der Gemeinde Drochtersen liegen rund 2.500 Meter voneinander entfernt und werden von der Moorsiedlung Groß Sterneberg am Kanal getrennt. Jetzt sollen sie durch die Verordnung des Landkreises Stade zum Naturschutzgebiet „Kehdinger Moore“ zusammengefasst und ausgeweitet werden.
Damit wird eine Vorgabe der EU erfüllt: Die Flächen sind von der europäischen Kommission als "Natura-2000"-Gebiet ausgewiesen worden. Da das nationale Recht an die Bestimmungen aus Brüssel angepasst werden muss, war der Landkreis in der Pflicht, die alte Naturschutz-Verordnung zu überarbeiten. Das "Wasserkruger Moor" und "Willes Heide" sind zwei sehr kleine Hochmoor-Restflächen, die von der umgebenden Landschaft stark isoliert sind. Das eine Gebiet ist fast komplett bewaldet, das andere nur noch bedingt naturnah erhalten.
Laut dem Niedersächsischen Moorschutzprogramm hat das südliche Kehdinger Moor eine Fläche von insgesamt 3.090 Hektar. Der überwiegende Teil wird landwirtschaftlich genutzt oder industriell abgetorft. Unter Naturschutz stehen derzeit knapp 50 Hektar, von denen das „Wasserkruger Moor“ 39 Hektar umfasst, die vollständig im privaten Eigentum stehen. Das Gebiet „Willes Heide“ im Asselermoor soll um 9 Hektar auf insgesamt 20 Hektar erweitert werden. Drei Viertel dieser Flächen stehen im Eigentum des Landes Niedersachsen.
Ziel der Verordnung ist es, die Erhaltung und Entwicklung des Torfkörpers zu sichern. Unter anderem werden zusätzliche Entwässerungen ebenso untersagt, wie ein Grünlandumbruch und zu intensive Nutzung. Außerdem dürfen keine Pflanzenschutzmittel benutzt oder flüssige und organische Dünger ausgebracht werden.
Die Einschränkungen haben nach Auskunft von Helmut Bergmann vom Landkreis Stade kaum Auswirkungen auf die derzeitige Nutzung. Auf Rückfrage des WOCHENBLATTs erklärte der Sachbearbeiter für Schutzgebietsausweisungen: „Bisher wurden die Bereiche vergleichsweise wenig genutzt. Standort angepasste Nutzungsmöglichkeiten sind weiterhin möglich. Außerdem besteht für die Grünlandnutzung eine Erschwernis-Ausgleichs-Regelung des Landes Niedersachsen.“
Ob bereits Bedenken durch die Landwirte oder Dritte zu der geplanten Verordnung geäußert wurden, teilte Helmut Bergmann nicht mit: „Eine Auswertung der Eingaben erfolgt nach Ablauf der Beteiligungsfrist.“ Die Verordnung über das Naturschutzgebiet „Kehdinger Moore“ tritt frühestens im Dezember 2016 in Kraft.