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Wespenberatung im Familienbetrieb

Kurt Jungclaus (v.li.) schützt gemeinsam mit seinem Sohn Marco und Schwiegertochter Tanja die gelb-schwarzen Tiefflieger in der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten

Kurt Jungclaus schützt gemeinsam mit Sohn und Schwiegertochter die schwarz-gelben Tiefflieger

sum. Bis zu vierzig Mal im Jahr klingelt das Telefon bei Familie Jungclaus aus Engelschoff-Neuland und regelmäßig beginnen die Gespräche im Sommer mit der Frage: "Sie machen doch Wespen weg, oder?" "Diese Frage müssen wir dann immer mit einem klaren Nein beantworten", erklärt Tanja Jungclaus (29). Sie gehört genauso wie Ehemann Marco (39) und Schwiegervater Kurt (67) zu den 28 Wespenberatern im Landkreis Stade.

Den Beraterring hat das Naturschutzamt Stade bereits im Jahr 1999 gegründet. Auf einer Imkerversammlung wurden die Immenliebhaber gefragt, ob sie nicht bereit wären, sich für den Wespenschutz im Landkreis Stade stark zu machen. Kurt und Marco Jungclaus waren sofort dabei. Als Tanja ihren späteren Ehemann gemeinsam mit seinem Hobby kennenlernte, wusste auch die Hausfrau und Mutter, dass sie die stacheligen Tiefflieger beschützen will, so dass alle drei quasi einen ehrenamtlichen Familienbetrieb gegründet haben.

In der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten ist die Hilfe der Wespenberater immer besonders dann gefragt, wenn es darum geht, die stechenden Plagegeister loszuwerden. "Dabei sind nur zwei der neun staatenbildenden Wespen angriffslustig", berichtet Rentner Kurt Jungclaus. Die Deutsche und die Gemeine Wespe sind aber gerade die Arten, die gerne in der Nähe von menschlichen Behausungen im Dachunterstand oder in Erdlöchern ihre Nester bauen. Darüber hinaus lieben sie nach der Brutaufzucht die süßen Speisen und landen daher gerne auf dem Kaffeetisch, um von der leckeren Torte zu naschen.

"Oftmals können wir die Leute schon am Telefon beruhigen und ihnen klarmachen, wie sie sich schützen können", erklärt Marco Jungclaus, der das Ehrenamt neben seinem Beruf als Industriemechaniker ausübt. Doch bei Bedarf schaut sich einer der drei Berater das Problem vor Ort an und in nur zehn Prozent aller Fälle ist tatsächlich eine Umsiedlung erforderlich oder überhaupt möglich.

Jetzt ist die Zeit der Wespen aber schon fast wieder zu Ende. Spätestens im Oktober leben nur noch die in diesem Jahr geschlüpften Jungköniginnen. Sie fliegen aus, um sich einen Schlafplatz für den Winter zu suchen. Und im kommenden Frühjahr beginnt dann die neue Saison der Wespen und der Familie Jungclaus als Wespenschützer.