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Wespenschutz ist Ehrensache

Kurt und Marco Jungclaus (v.li) sowie Ralf Umland gehören zu den 28 ehrenamtlichen Wespenberatern im Landkreis Stade

Im Landkreis Stade stehen 28 Berater mit Rat und Tat zur Seite



sum. Landkreis Stade.
„Ich habe gehört, Sie machen Wespen weg“, ist der häufigste Beginn eines Anrufs verängstigter Haus- und Gartenbesitzer, die sich von den stechenden Plagegeistern angegriffen fühlen. Mit einem klaren „Nein“ und anschließender Überzeugungsarbeit gelingt es den Hornissen- und Wespenberatern in der Regel, dass ihre Schützlinge bleiben dürfen.

Im Landkreis Stade gibt es seit 1999 einen Beraterring mit insgesamt 28 ehrenamtlichen Wespen-Beschützern, die diese Tätigkeit in der Regel neben dem Beruf in ihrer Freizeit ausüben. Insgesamt etwa 400 mal kommen sie jährlich zum Einsatz. Die Hälfte der Anrufer kann oft schon telefonisch beruhigt und aufgeklärt werden. In den übrigen Fällen kommen die Ehrenamtlichen raus und schauen sich die Lage vor Ort an. Nur in zehn Prozent aller Fälle ist tatsächlich eine Umsiedlung erforderlich oder möglich. „Wir versuchen alles, um Mensch und Tier zu helfen“, erklärt Wespenberater Kurt Jungclaus aus Neuland in der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten, „aber wir töten keine Wespen.“ Sollte eine Vernichtung des Nestes unumgänglich sein, ist die Tätigkeit der Wespenberater an dieser Stelle beendet und der Schädlingsbekämpfer wäre zuständig.

Janette Hagedoorn-Schüch vom Naturschutzamt Stade erklärt, dass von den neun staatenbildenden Wespenarten in Niedersachsen lediglich die Deutsche und die Gemeine Wespe zu den im Sommer auftretenden Störenfrieden gehören. Diese beiden Arten bevorzugen nach der Brutaufzucht süße Speisen und Getränke als „Flugbenzin“ und errichten ihre Nester eben auch bevorzugt in der Nähe menschlicher Behausungen. „Besonders gerne wohnen sie im Dachunterschlag oder in Erdlöchern,“ weiß Wespenberater Ralf Umland aus Drochtersen-Hüll. Und von dort lassen sie sich gar nicht oder nur unter großem Aufwand umsiedeln, da man in der Regel nicht abschätzen kann, wie groß so ein Volk tatsächlich ist.

Doch die Saison der Tiefflieger ist schon bald wieder zu Ende. Nachdem die Königin im Mai mit dem Nestbau und der Gründung des Staates begonnen hat, fängt schon im August das Wespensterben an. Spätestens im Oktober ist Schluss mit der Stechgefahr. Nur die herangezogenen und befruchteten Jungköniginnen suchen sich einen Platz zum Überwintern und wachen erst im kommenden Frühling wieder auf.

• Weitere Informationen gibt es auf www.landkreis-stade.de/umwelt-bauen/natur-landschaft/wespenberatung/