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Wolf soll Deichen fern bleiben

Landesjäger-Präsident Helmut Dammann-Tamke (v.li.) Schäfer Kay Krogmann, Oberdeichgraf Albert Boehlke, CDU-Kreisvorsitzender Kai Seefried, Beratungsringleiterin Annabel Bergmann, Kreislandwirt Johann Knabbe und Wolfsberater Uwe Seggermann standen Rede und Antwort (Foto: Silke Umland)
 
Unter der mehr als 200 Gästen befanden sich nur wenige, die dem Wolf in der Region eine Heimat bieten wollen (Foto: Silke Umland)

Nutztierhalter machen sich Sorgen um ihre Tiere / „Das Schlimmste wäre, wenn die Schäfer einpacken“


sum. Hammah. „Wir müssen dem Wolf zeigen, dass er sich vom Menschen und dessen Nutztieren fernzuhalten hat", erklärte Helmut Dammann-Tamke als Präsident der Landesjägerschaft und CDU-Landtagsabgeordneter und erhielt Zustimmung von den mehr als 200 Teilnehmern der CDU-Informationsveranstaltung in Hammah.

Schnell wurde am vergangenen Montag klar, dass viele Gäste Nutztierhalter sind und Angst haben. Insbesondere die Bilder von den in Lamstedt gerissenen Kühen sorgten für Unmut. Dort hat sich ein Wolfsrudel darauf spezialisiert, einzelne Kühe in Moorlöcher oder Gräben zu jagen und zu fressen. „Da gibt es keinen Kehlbiss mehr", machte Dammann-Tamke klar, „die fressen, wo sie gerade rankommen.“

Auch Kay Krogmann berichtete auf emotionale Art über die neue Art des Jagens. Seit 2012 hat der Berufsschäfer bei Wolfsübergriffen mehr als 50 Schafe verloren. Er beklagte die mangelhafte Unterstützung durch das Land: „Wenn der Wolf zwei Schafe reißt, 200 aber in die Elbe treibt, bekomme ich nur die zwei gerissenen Schafe ersetzt.“ Dass die Schafshaltung gerade an den Deichen enorm wichtig ist, erläuterte Oberdeichgraf Albert Boehlke. Der Deichverband Kehdingen/Oste ist für mehr als 160 Kilometer Deichlinie zuständig, die überwiegend durch Schafsbeweidung in Ordnung gehalten werden. „Das Schlimmste wäre, wenn die Schäfer einpacken“, befürchtet Boehlke. Er hält eine Deichverbotszone von 50 Kilometern für sinnvoll und erklärte: „Auch der Maulwurf wird am Deich gejagt, obwohl er unter Schutz steht."

Die Rinder- und Pferdehalter sorgen sich ebenfalls. Kreislandwirt Johann Knabbe berichtete, dass von den 110.000 Rindern im Landkreis bis zu 40 Prozent auf die Weide kommen. „Bislang mussten die Landwirte dafür sorgen, dass die Tiere nicht aus der Weide ausbrechen können", erklärte Knabbe „einen Einbruchsschutz gegen Wölfe können wir nicht leisten." Pro Hektar kämen auf die Landwirte Kosten in Höhe 1.000 Euro zu. Annabel Bergmann vom Beratungsring Nordkehdingen machte klar, dass die Pferdehalter ein wolfsfreies Kehdingen fordern: „Schließlich sind Pferdezucht und die Pensionspferde eine wichtige Einnahmequelle in der Region."

Nur wenige Wolfsbefürworter wagten sich nach Hammah. Eine von ihnen war Rena Henke. Sie versuchte zu erklären, dass es keine Überpopulation des Wolfes geben wird. „Die Alten werfen nur so viele Welpen, wie das Rudel Nahrung findet“, sagte sie. Daher sei im Zoo in der Wingst in diesem Jahr auch nur ein Welpe geboren. Sowohl ihr Vorschlag, den Wolf mit Hilfe von Ultraschall von den Nutztieren fernzuhalten, als auch die Idee eines weiteren Besuchers, den Wolf mit seinem eigenen Heulen zu verscheuchen, erntete Gelächer. „Dann müssten wir sechs Millionen Lautsprecher aufstellen“, sagte Kay Krogmann. Helmut Dammann-Tamke erklärte, dass der Wolf in Deutschland immer genügend Nahrung finden und sich schnell weiter vermehren wird. Er machte aber auch klar: „Wir werden den Wolf nicht mehr los. Aber er muss Abstand halten, sonst wird er bald gemeinsam mit Fuchs und Wildschwein auf dem Alexanderplatz in Berlin nach Futter suchen.“