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Angst vor Lärm, Staub und Verkehr

Können sie die Pläne der AOS stoppen? Werner Pieper (v. li.), Dieter Loerwald und Rolf Supper

Widerstand gegen geplanten Sandabbau in Hammah / 400 Unterschriften


tp. Hammah. Im Geest-Dorf Hammah in der Samtgemeinde Himmelpforten regt sich starker Widerstand gegen das Vorhaben des Industrieunternehmens Aluminium Oxid Stade (AOS), am Ortsrand eine riesige Sandabbaufläche zu erschließen. Obwohl die Planungen weit vorangeschritten sind, will eine Gruppe von Protestlern das Verfahren bremsen.
Wie das WOCHENBLATT berichtete, will die AOS ab Sommer auf einem 32 Hektar großen Areal westlich der Kreisstraße 30 zwischen Hammah und Groß Sterneberg Sand abbauen. Das Material wird benötigt, um den Wall um die AOS-Rotschlamm-Deponie im Stadermoor von 9,50 Meter auf 22 Meter zu erhöhen. Rotschlamm ist ein Gemisch aus Eisen- und Titanoxiden sowie Kieselsäuren, das bei der Aluminiumgewinnung anfällt. Über 15 Jahre sollen aus zwei Gruben (Hammah II und III) jährlich 150.000 Kubikmeter Sand entnommen werden. Zwischen 1976 und 1982 gab es bereits einen Sandabbau. Die Fläche, "Hammah I", ist heute ein See zur Naherholung.
Viele Gegner des Sandabbaus leben in dem ruhigen Wohngebiet "Rugenbarg", unter ihnen Rolf Supper (70), Dieter Loerwald (53) und Werner Pieper (72). Das Viertel liegt rund 250 Meter Luftlinie von der vorgesehenen Tagebaufläche entfernt.
Die Anwohner befürchten Lärm, Abgas- und Kohlendioxid-Emission durch Abbau-Maschinen und Zulieferverkehr, die Verschandelung der Landschaft und den Wertverlust ihrer Häuser.
Nach Angaben der Gegner soll alle sieben Minuten ein mit Sand beladener Traktor oder Lkw von Hammah in Richtung AOS starten. Die Gegner kritisieren zudem die vorgesehenen langen Werkzeiten im Abbaugebiet von Montag bis Samstag, 7 bis 19 Uhr. Für Rolf Supper ist das eine "erhebliche Einschränkung der Erholungsqualität". Werner Pieper befürchtet überdies, dass Öl und Treibstoff aus den Baumaschinen das Grundwasser verunreinigen könnte.
Ihre Einwendungen haben die Gegner im Zuge des laufenden Planfeststellungsverfahrens bei der Genehmigungsbehörde, dem Landkreis Stade, eingereicht. Sie glauben, das Verfahren zumindest verzögern und erschweren zu können. Sie wollen, dass die Baustelle weiter vom Dorf wegrückt und verlangen einen Abbau im leisen Pumpverfahren statt mit lauten Baggern.
Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, haben die Aktivisten im Dorf 400 Unterschriften gesammelt und an den Landkreis überreicht.
• Die Gemeinde Hammah hat ein Abbaugutachten in Auftrag gegeben. Ergebnisse sollen am Dienstag, 15. Januar, vorliegen. Der Rat stimmt am Montag, 28. Januar, 19.30 Uhr, bei der Sitzung im "Landhaus Hammah" über das Vorhaben ab.