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Einkaufszentrum in Himmelpforten birgt Diskussionen im neuen Rat

Für das Einkaufszentrum sollen weite Teile des Stainmetzwäldchens gerodet werden. Das stört vor allem die Grünen

Johann Schlichtmann (FWG): "Überdimensioniert und nicht im Einklang mit dem Einzelhandelsgutachten"

tp. Oldendorf-Himmelpforten. In wenigen Wochen wird der neu gewählte Rat der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten seine konstituierende Sitzung abhalten: Politische Meinungsverschiedenheiten in der folgenden Ratsarbeit scheinen hinsichtlich des geplanten riesigen Einkaufszentrums in der Ortsmitte von Himmelpforten programmiert. Während die bisherige Mehrheitsgruppe aus CDU mit jetzt zwölf Sitzen und die SPD (zehn Mandate) in der Samtgemeinde das Gemeinde-Projekt mitträgt (das WOCHENBLATT berichtete), regt sich bei der mit sechs Mandaten drittstärksten Fraktion, der Freien Wählergemeinschaft (FWG), Widerstand: Das Einkaufszentrum sei für viele Menschen in der Samtgemeinde überdimensioniert und stehe nicht im Einklang mit dem Einzelhandelsgutachten für die Gemeinde Himmelpforten, sagt der FWG-Ratsherr und Bürgermeister des von den Planungen betroffenen Nachbarortes Oldendorf.

Nach Auffassung der FWG ist das Einzelhandels-Großprojekt weder mit dem Konzept der Leader-Region Kehdingen-Oste "Auf's Land, ey! Wir bewegen was" noch mit dem Leitbild der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten vereinbar. "Auch werden die bisher vorgesehenen 200 bis 250 Parkplätze nicht ausreichen und eine Anbindung an die B73 wird sicherlich sehr teuer", befürchtet Schlichtmann. Die FWG werde zeitnah eine Stellungnahme im Zusammenhang mit dem Bebauungsplan abgeben. Er habe als Bürgermeister immer wieder betont, dass er "jegliche Gefährdung des Edeka-Marktes in Oldendorf und seiner vielen Arbeitsplätze" nicht zulasse, so Schlichmann.

Rückendeckung hat die FWG von den Grünen (zwei Sitze), die vor den ökologischen Folgen der Rodung des Steinmetz-Wäldchens zugunsten des Großbauprojektes warnen und die Förderung des bestehenden Lebensmittelhandels unterstützen.
Gegenüber dem WOCHENBLATT stellten SPD und CDU eine mögliche Gruppenbildung in Aussicht, Gespräche laufen an. Mit je einem Politiker sind die Offene Liste Hammah (OLH) und die FDP in dem Gremium. "Wir werden in der kommende Woche mit den Verhandlungen beginnen", sagt Gerhard Dodenhoff (OLH). Für die neue und einzige FDP-Ratsfrau Margret Mohrmann wäre "eine Gruppenbildung OLH/FDP eine Überlegung wert". Als Einzelkämpferin bleibe ihr immerhin die Möglichkeit, "in jedem Fall nach eigener Überzeugung unabhängig abzustimmen" und Anträge zu stellen: etwa zu Windkraft, Infrastruktur und nicht zuletzt zu dem Einkaufszentrum. Denn "diese Themen könnten zu Diskussionen führen".

• Ansonsten sehen Insider in der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten wenig Konfliktpotenzial, da der aus den Verhandlungen zur Kommunalfusion Anfang 2014 hervorgegangene Gebietsänderungsvertrag gravierende Einschnitte in bestehende Strukturen kaum zulässt.