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Feten-Sperre in Oldendorfer Kulturstätte auf dem Prüfstand

Das Brunkhorst'sche Huus soll Veranstaltern im fortgeschrittenen Alter vorbehalten bleiben. Alternative für Jüngere: das Clubheim des "MC Nighthawks" im Gewerbegebiet (Foto: tp)

Politik diskutiert Nutzungsbeschränkungen für Brunkhorst'sches Huus

tp. Oldendorf. Mehrfach machte die Gemeinde Oldendorf schlechte Erfahrungen mit lärmenden, jungen Partygästen und schob bereits vor Jahren einen symbolischen Riegel vor das große Tor des schmucken Bauernhauses „Brunkhorst'sches Huus“. Seitdem sind Mieter der Generation U30 in dem kleinen Kulturzentrum als Feten-Veranstalter unerwünscht. Nun denkt die Politik über eine Änderung der vertraglich geregelten Nutzungsbeschränkungen nach, nach der Privatfeiern von Veranstalterung unter 30 Jahren dort ausgeschlossen sind. Gegen die Bestimmung hatte es Beschwerden aus der Bevölkerung gegeben. Das berichtete Bürgermeister Johann Schlichtmann auf der jüngsten Ratssitzung.

Ist der Nutzungsvertrag, durch den sich jüngere Dorfbewohner ausgegrenzt und diskriminiert fühlen, noch zeitgemäß? Darüber gehen die Meinungen auseinander. Nach Auskunft der Verwaltungsspitze fragen jährlich drei bis vier Mal junge Leute aus der Altersgruppe der Unter-30-Jährigen an, ob sie das Gemeindezentrum, eine restaurierte Bauernkate an der Sunder Straße neben dem Rathaus, als Raum für Partys nutzen dürfen – und bekamen stets eine Absage.

Politik und Verwaltung nennen mehrere Gründe dafür: Ruhebedürftige Nachbarn sollen vor Feten-Lärm und Ausschreitungen, die lokale Gastronomie vor wirtschaftlicher Konkurrenz geschützt werden. Des weiteren wird das Brunkhorst'sche Huus nicht an Silvester vermietet. Hintergrund ist das riskante Verhalten einer Gruppe junger Feiernder, die in einer Silvesternacht in der Nähe des Reetdachhauses eine größere Menge von Raketen gezündet hatten. Das Dach wurde erst im Sommer für rund 50.000 Euro teilsaniert.

Auf der Ratssitzung wurde kein Beschluss gefasst. Die Fraktionen wollen sich gesondert zur Beratungen treffen. Ausschüsse und Rat werden im neuen Jahr weiter über die mögliche Vertragsänderung diskutieren.

Bürgermeister Johann Schlichtmann sagt: „Wir sind seit Einführung vor acht Jahren gut mit der Regelung gefahren. Ich möchte eigentlich nichts daran ändern.“ Dabei gehe es ihm besonders darum, "die gute Nachbarschaft mit den Anwohnern zu erhalten".

Für jüngere Veranstalter stehe überdies eine günstigere Ausweichmöglichkeit zur Verfügung, so Schlichtmann: das Clubhaus des Motorradgruppe "MC Nighthawks" im Gewerbegebiet Am Steinacker. Auf WOCHENBLATT-Vorschlag soll auf diesen alternativen Veranstaltungsort künftig auf der Gemeinde-Homepage hingewiesen werden.