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Fremdenfeindliche Falschmeldung löst Verunsicherung in Hammah aus

Bürgermeister Rainer Jürgens (Foto: tp)

"2.000 neue Flüchtlinge" eine Zeitungsente

tp. Hammah. "2.000 neue Flüchtlinge und Asylbewerber in Hammah!": Eine so lautende Falschmeldung von Unbekannten verbreitete sich am vergangenen Wochenende blitzschnell via Internet und Handy über die sozialen Netzwerke Facebook und WhatsApp. Auf WOCHENBLATT-Nachfrage distanziert sich Hammahs Bürgermeister Rainer Jürgens (66) im "Namen der Ratsleute sämtlicher Fraktionen" von der als Online-Artikel eines großen Bouleverdblattes getarnten virtuellen Zeitungsente.

"Diese Meldung entbehrt jeder Grundlage", kommentiert der Chef der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten, Holger Falcke. "Solche vielleicht als Scherz gedachte Meldungen erschweren die Integrationsarbeit in unverantwortlicher Weise."

Der Falschmeldung zufolge sollen in dem geplanten Neubaugebiet des 3.100-Einwohner Dorfes auf der Stader Geest im Sommer 2.000 Flüchtlinge untergebracht werden. "Das löste mächtig Wirbel aus", berichtet Rainer Jürgens, bei dem in dieser Angelegenheit tagelang unentwegt das Telefon klingelte. Tatsächlich leben in Hammah derzeit elf Flüchtlinge, weitere 30 soll die Kommune bis Sommer unterbringen. In der Samtgemeinde mit 276 Flüchtlingen kommen laut Rainer Jürgens im ersten Halbjahr 2016 weitere 175 hinzu.

Der Rat befasste sich auf der Sitzung am Mittwochabend vor rund 60 Zuschauern mit dem Thema. "Wir mussten den Bürgern die Verunsicherung nehmen", sagt Jürgens, der die gefälschte Nachricht als "Machwerk von Idioten" einstuft. Die Verwaltung ermittele derzeit intern nach den Urhebern. Dies gestalte sich schwierig, da der anonyme Falschbeitrag zwischenzeitlich aus dem Internet verschwunden sei, so Jürgens. Im Falle einer heißen Spur werde die Gemeinde Strafanzeige erstatten. Zusammenhänge mit der ausländerfeindlichen Aktion im Nachbarort Engelschoff, bei der Unbekannte, wie berichtet, im Oktober eine Fuhre Mist vor einem geplanten Asylbewerberheim abluden, sieht Jürgens nicht.