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Mittelsdorfer Kreis kritisiert schleppende Planung bei Einkaufszentrum in Himmelpforten

Der Vorstand des Mittelsdorfer Kreises: (hinten v. li.) Beisitzer Harald Pingel, Vositzender Hans Joachim Glembock, Schriftführer Manfred Lipnicki sowie (vorne v. li.) die stellvertretende Vorsitzende Liane Schmidt und Kassenführerin Gudrun Lipnicki (Foto: sum/archiv)

Senioren machen Druck: "Wir brauchen gute Einkaufsmöglichkeiten"


tp. Himmelpforten.
Zur verfahrenen Situation bei der Planung des Einkaufszentrums an der Bundesstraße B73 in Himmelpforten bezieht jetzt der Mittelsdorfer Kreis Stellung. Hans Joachim Glembock (64), Vorsitzender des 120 Mitglieder starken sozialen Vereins, macht Druck bei den Verantwortlichen: Es sei sehr viel Steuergeld für die mehrjährige Planung ausgegeben worden, so Glembock. „Zum Wohle unserer älteren Mitbürger, deren Versorgung sichergestellt werden sollte, muss rasch eine tragbare Lösung gefunden werden. Wir brauchen gute Einkaufsmöglichkeiten.“

Auch beim Seniorenrat der Gemeinde Himmelpforten ist man ungeduldig. Laut der Vorsitzenden Milly Niethen (66) ist das Einkaufszentrum „das zentrale Thema der Senioren“.
Wie berichtet, gab es kürzlich aus Sicht der Investorengruppe Bünting AG und der Kommune, deren Politik mehrheitlich das Fachmarktzentrum mit Großparkplatz, Aldi-Discountmarkt, Combi-Lebensmittel-Vollsortimenter und Rossmann-Drogerie befürwortet, einen Rückschlag: Der Landkreis Stade als Genehmigungsbehörde lehnte die bereits veränderten Pläne unter Berufung auf das strenge Bundes-Artenschutzgesetz vorerst ab.

Auf dem vorgesehenen Areal befindet sich der Steinmetz-Park mit seltenen Fledermäusen und Eulen. Der Landkreis verlangt von Bünting eine rechtssichere Erklärung, warum das Vorhaben nur so umsetzbar ist und verweist mit der Aufteilung der Versorgungseinrichtungen auf Grundstücke beiderseits der viel befahrenen B73 eine Planungsalternative ins Spiel. Bünting lehnte aus Wirtschaftlichkeitsgründen ab. Das Vorhaben droht zu kippen. Ende 2017 endet der Planungszeitraum.

Hans Joachim Glembock ist auf Zinne: „Man mag die geschilderte Sachlage und das politische Gezänk zu Lasten der Einwohner unserer Gemeinde kaum noch glauben! Warum erfolgen die Vorgaben des Landkreises erst jetzt?“ Dass im Steinmetz-Wald Eulen und Fledermäuse leben, sei vorher bekannt gewesen, so Glembock.

Bürgermeister Berd Reimers sagt: „Auch ich setze mich seit der Mehrheitsentscheidung, die mit 16 zu einer Stimme (Grüne) fiel, für den Markt ein. Ich investiere sehr viel Zeit um den Bau endlich umzusetzen und dafür zu sorgen das der Investor nicht abspringt. Wir haben damals nur den einen Investoren gefunden, der den Markt, so wie wir es gefordert haben, im Zentrum bauen will.“ Reimers glaubt, dass der Landkreis „mit Absicht auf Zeit spielt“.

Laut Bünting-Expansionsleiter Matthias Adler hat seine Firma zu den Einwänden des Landkreises zwischenzeitlich schriftlich Stellung bezogen. Der Kreis habe für die kommende Woche eine Antwort zugesagt. Kreisbaurat Hermann Bode hat nach eigenen Anbagen noch kein Schreiben erreicht. Das WOCHENBLATT bleibt am Ball.

• Der Mittelsdorfer Kreis hat Bürgermeister Reimers am Freitag, 6. Oktober, 15 Uhr, zum Klönnachmittag in den Gasthof Hellwege eingeladen und erwartet bei diesem Termin eine endgültige Auskunft.