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Politik-Urgestein aus Düdenbüttel sagt ade

Heinz Mügge (Foto: Archiv)

Heinz Mügge (77) kandidiert bei der Kommunalwahl nicht mehr als Bürgermeister

tp. Düdenbüttel. Ein Politik-Urgestein tritt aus dem Rampenlicht: Aus Altersgründen hat Heinz Mügge, der kürzlich seinen 77. Geburtstag feierte, beschlossen, sich nicht wieder als Bürgermeister von Düdenbüttel zur Wahl zu stellen. Mügge, der dem Gemeinderat seit 1964 als Mitglied der „Wählergemeinschaft Düdenbüttel“ (WGD ) angehörte und seit 1991 Bürgermeister in dem Geestdorf war, will nach Beratung mit seiner Familie im letzten Lebensabschnitt andere Prioritäten setzen.

Mehr als ein halbes Jahrhundert Lokalpolitik sei genug, sagt Mügge, der auch über einen langen Zeitraum Samtgemeinde-Ratsherr und Kreistagsmitglied war. Mit seiner Ehefrau Magda, mit der er vier erwachsene Kinder hat, möchte er mehr reisen, sich um die vier Enkel kümmern, sich mit Radfahren und Gartenarbeit fit halten und sich weiter für die Pflege der plattdeutschen Sprache einsetzen.

Mügge ist einer der letzten seiner Zunft, ein echter "Dorfhäuptling", dessen Büro in seinem Wohnhaus an sieben Tagen in der Woche von 8 bis 21 Uhr für die knapp 1.000 Bürger offen steht. Und er ist stolz auf das, was er erreicht hat für "sein Dorf", in dem er auf einem kleinen Hof in bäuerlichem Milieu aufwuchs, wo er fast jeden Bürger mit Namen kennt.

Höhepunkte seiner Bürgermeisterkarriere waren in den 1970er Jahren der Bau des Gemeindezentrums, der Beitritt zur damaligen Samtgemeinde Himmelpforten, der Bau der Kindertagesstätte, der Schützenhalle sowie des Spielkreises, in den 1980er Jahren der Bau der beiden Tennisplätze mit Tennishaus, der Start des Mehrjahresprojektes Dorfentwicklung, in den 1990ern der Umbau des Gemeindezentrums und das Bekenntnis der großen Bürgermehrheit zur Bundesstraße 73, die den Ort durchquert.

Prägend im neuen Jahrtausend waren der Umbau der Friedhofskapelle mit Altarbild und die Kindertagesstättenerweiterung mit Krippe und nicht zuletzt der umstrittene Bau des Schweinemaststalls am Ortsrand. Auf Letzteres hätte Mügge nach eigenem Bekunden "gerne verzichten können".

Mügge blickt "wehmütig und zugleich zufrieden" auf seine ehrenamtliche Bürgermeister-Laufbahn zurück. Besonders gelungen empfindet er die Konzentration wichtiger öffentlicher Einrichtungen wie der Kulturstätte Kötnerhuus mit Remise, Kindergarten etc. in der Ortsmitte. Während Mügges Amtszeit wurden rund 1,5 Millionen Euro in öffentliche Vorhaben investiert. Der Bankkaufmann im Ruhestand hat über die Projekte akribisch Buch geführt.

Zwischenzeitlich wurde ein Ehrenamtlicher gefunden, der bei der Kommunalwahl am Sonntag, 11. September, die Nachfolge von Heinz Mügge antreten will: Die WGD schickt Klaus-Peter Borchers-Saß (52) als Bürgermeister-Kandidat ins Rennen.