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Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten setzt auf dezentrale Unterbringung

Viele Besucher am Infoabend Asyl im Schulzentrum Oldendorf

650 Flüchtlinge bis Jahresende / Holger Falcke: "Container schmecken mir nicht"

tp. Oldendorf. Im Jahr 2013 beherbergte die Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten noch 88 Flüchtlinge in kommunalen Unterkünften. Angesichts der Krisen in der Welt ist die Zahl drastisch gestiegen. In der Samtgemeinde, wo nun rund 400 Asylbewerber leben, rechnet man bis Ende 2016 mit einem Anstieg der Flüchtlingszahl auf 650. "Wir setzen bei der Unterbringung weiter auf eine dezentrale Lösung", sagt Samtgemeinde-Chef Holger Falcke am Donnerstag auf einer Asyl-Infoveranstaltung im Schulzentrum Oldendorf.

Die Bereitstellung von Containern als Notunterkunft an einem zentralen Platz "schmecken mir nicht", so Falcke. Die Kommune suche intensiv Immobilen zur Miete und zum Kauf. Ein Neubau soll aus Kostengründen vermieden werden. Die Kosten von 56 Euro monatlich pro Flüchtling für die Wohnraumbeschaffung und Unterbringung bewertete er als moderat.

Falcke zeigte sich erleichtert, "dass wir bislang nicht auf den Notfallplan zurückgreifen mussten": die Sammelunterbringung in der kleinen Turnhalle am Marktplatz in Himmelpforten.

Zur Unterstützung der Flüchtlinge stockt die Samtgemeinde das Personal auf. Zum April werden zwei hauptamtliche Betreuer eingestellt, zudem ist eine Stelle im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes vakant. Zur Pflege der Grundstücke der Unterkünfte wird ein Bauhof-Mitarbeiter gesucht.

In der Flüchtlingsarbeit seien Ehrenamtliche "unverzichtbar", sagte Falcke und dankte den gut 100 Freiwilligen, die sich im Arbeitskreis Asyl engagieren. Koordinatorin Manuela Mahlke-Göhring warb um weitere Helfer. Wer sich engagieren will, kann sich am Mittwoch, 9. März, um 19 Uhr beim Arbeitskreis-Treffen im Bürgerhaus Oldendorf über die Einsatzmöglichkeiten - vom Sprachmittler bis zur Behördenbegleitung - informieren.

Von einer hohen Integrationsbereitschaft seitens der 19 Flüchtlingskinder, die das Schulzentrum besuchen, berichtete der Leiter Wolfgang Gronau: "Einige lernen schnell deutsch und werden nach kurzer Zeit voll in den Unterricht eingebunden." Leider seien von einigen deutschen Kindern ausländerfeindliche Parolen zu hören gewesen.

Gute Nachrichten hatte Polizei-Chef Holger Hochhaus aus Himmelpforten: Seine Kollegen seien in den vergangenen Monaten nur zu drei Bagatelleinsätzen in die Unterkünfte ausgerückt: "Besser kann es nicht laufen."

Unterstützung in der Migrations- und Integrationsarbeit bietet Juliana Hagelweide von der Arbeiterwohlfahrt Stade, Tel. 04141 - 534423.