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Ende der "Tante-Emma"-Ära

Rolf und Renate Dieckmann in ihrem Lebensmittelgeschäft

Burweg: Dorf-Kaufmann Rolf Dieckmann ändert Konzept / Frische-Abteilung und Party-Service / Umbau im Februar

tp. Burweg. Im Geest-Ort Burweg geht nach mehr als einem Jahrhundert eine Ära zu Ende: Dorf-Kaufmann Rolf Dieckmann (62) und seine Ehefrau Renate (61) ändern ihr Geschäftskonzept: Der Lebensmittel-Vollsortimenter reduziert sein Angebot auf Frischwaren, Getränke, Party-Service und Mittagstisch. Damit sind die Tage eines der letzten "Tante-Emma"-Läden im Landkreis Stade gezählt.

"Wir wollen aus Altersgründen kürzer treten", sagen die Eheleute, die das im Jahr 1889 von Rolf Dieckmanns Urgroßvater Peter Stegemann eröffnete Geschäft in vierter Generation führen. Rolf Dieckmann wuchs quasi in dem Laden auf, schaute sich die ersten Handgriffe von seiner Mutter Hilda ab, die im Kaufmannsladen die Kunden bediente, während der Vater Willi nebenan in der Gaststätte Dieckmann die Gäste bewirtete.

"Als kleiner Junge habe ich Zucker, Mehl und Bonbons, die es damals noch lose gab, in Papiertüten gefüllt", erinnert sich Rolf Dieckmann, der seinen Beruf in einem Gemischtwarenladen in Hemmoor-Warstade erlernte. Nach der Ausbildung kehrte er gleich in den elterlichen Betrieb zurück. Die Ladenfläche wurde in den Jahren 1971 und 1988 jeweils auf zuletzt 250 Quadratmeter verdoppelt, um den sich stets verändernden Kundenwünschen gerecht zu werden. Dieckmann: "In den 1960er und 1970er Jahren gingen Manchester-Hosen und Haushaltskittel weg wie warme Semmeln. Zu Weihnachten war Kinderspielzeug wie Puppen und Lastwagen der Renner."

Nach der Hochzeit im Jahr 1976 stieg Renate Dieckmann in den Betrieb ein und brachte mit kalten und warmen Party-Platten und leckeren Hausmacher-Salaten Schwung in die Frische-Abteilung. "An Weihnachten mussten wir für die Salate manchmal hundert Eier schälen", erinnert sich Renate Dieckmann.

Inzwischen sind der Platten- und Partyservice und der tägliche warme Mittagstisch feste Standbeine des Familienunternehmens und bleiben auch nach dem bevorstehenden Umbau bestehen, ebenso die Heißmangel- und Reinigungsannahme. Die selbstgemachten Salate, Käse-, Wurst- und Fleischspezialitäten aus der Kühltheke werden künftig an bestimmten Tagen angeboten. Ein kleines Sortiment an Milchprodukten sowie Kartoffeln, Eier, Getränke und Backwaren runden die reduzierte Warenpalette ab.

Für den Umbau, bei dem der Eingang verlegt wird und auf einem Teil der Ladenfläche eine Wohnung errichtet wird, schließen Rolf und Renate Dieckmann das Geschäft Anfang Februar für rund zwei Wochen.