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Am 30. Mai ist Schluss: Kleiderkammer Nenndorf schließt nach 30 Jahren

Haben sich viele Jahre in der DRK-Kleiderkammer in Nenndorf engagiert (v. li.): Marlies Lang, Bianca Busch, Angelika Gemmeker, Annegret Marx und Carmen Werth
as. Nenndorf. Mit einem einzelnen Kleiderständer hat die DRK-Kleiderkammer in Nenndorf vor 30 Jahren geöffnet, mittlerweile verfügt die Einrichtung über ein gut sortiertes Sortiment an Kleidung und Gebrauchsgütern. „Von Zahnbürste bis Zudecke haben wir alles da“, sagt die Vorsitzende des DRK-Ortsverbandes Angelika Gemmeker. Das Angebot wird gut angenommen, dennoch schließt die Kammer zum 30. Mai.
Zwischen 50 und 70 Menschen, so schätzt Gemmeker, besuchen die Kleiderkammer im Monat. „Das Problem ist nicht, dass zuwenig Besucher kommen, sondern dass kaum noch Bedürftige aus Rosengarten die Kleiderkammer benutzen“, erklärt Gemmeker. Seit etwa zwei Jahren beobachten sie und ihre Mitstreiterinnen Marlies Lang, Bianca Busch, Annegret Marx, Carmen Werth und Lilo Meier diesen Vorgang. Stade, Buxtehude, Billstedt - teilweise nehmen die Besucher eine weite Anreise auf sich. „Die meisten der Besucher kommen sehr häufig und versorgen sich mit Mengen an Kleidung, die den eigenen Bedarf deutlich übersteigen. Mittlerweile müssen wir davon ausgehen, dass die betreffenden Personen unsere Kleiderkammer zu kommerziellen Zwecken nutzen“, vermutet Roger Grewe, Geschäftsführer des DRK-Kreisverband Harburg-Land. Um das zu verhindern, hat sich der DRK-Ortsverband Nenndorf zur Schließung entschlossen.
„Früher hatte die Kleiderkammer eine stärkere Berechtigung“, glauben die Damen. „Wir waren nicht nur ein Warenhaus, sondern haben sehr viel bewirkt“, sagt Angelika Gemmeker. Besonders der Kosovo-Krieg und die vielen Hilfspakete, die in der Kleiderkammer gepackt wurden, sind ihr noch in Erinnerung. „Gottseidank herrscht heute in Europa so weit Frieden, dass unsere Dienste derart nicht mehr gebraucht werden.“ Die in der Gemeinde untergebrachten Flüchtlinge würden lieber auf das Angebot der Flüchtlingshilfe zurückgreifen, so Carmen Werth.
Schöne und traurige Geschichten nehmen die Frauen aus ihrer Zeit bei der Kleiderkammer mit. So manches Mal mussten sie Seelentröster spielen, wenn etwa eine kürzlich verwitwete Spenderin die Kleidung ihres verstorbenen Mannes abgeben wollte. Viele ihrer Besucher waren dankbar für das Angebot und kleideten ihre Familie ein. „Wir haben einige Kinder aufwachsen sehen“, sagt Marlies Lang.
• Spenden werden noch bis zum 16. Mai entgegen genommen, die Ausgabe ist noch bis zum 30. Mai dienstags von 9 bis 12 Uhr geöffnet. Der DRK betreibt noch eine Kleiderkammer in der Ehestorfer Straße in Vahrendorf: dienstags zwischen 15 und 17 Uhr.
Ein Verzeichnis weiterer DRK-Kleiderkammern im Landkreis unter http://drk-lkharburg.de/startseite/angebote/hilfen-in-der-not/kleiderkammern/. Infos zu den FUNDUS-Kaufhäusern gibt es auf www.fundus-kaufhaus.de/.