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"Anderen Mut machen": MUT-Tour macht Halt in Buchholz und Winsen

Wollen mit der MUT-Tour die Entstigmatisierung von Depressionen voranbringen (v. li.): Maria Menke, Klaus-Dieter Stapel, Jürgen Keil, Peter Kraus und Jutta Gottschalk
as. Buchholz/Winsen. In der Gesellschaft einen offenen Umgang mit dem Thema Depressionen voranzubringen, das ist das Ziel der MUT-Tour. Auf Tandems, in Zweier-Kajaks und zu Fuß sind rund 45 Depressionserfahrene und -unerfahrene Menschen in ganz Deutschland unterwegs, um über die Krankheit aufzuklären und Vorurteile abzubauen.
Maria Menke, Klaus-Dieter Stapel, Jürgen Keil, Peter Kraus und Jutta Gottschalk haben auf ihrer Etappe von Bremen nach Heidelberg mit den Tandems in Buchholz und Winsen Halt gemacht. Sie berichten auf ihrer Tour ganz offen über ihre Erfahrungen mit Depressionen.
Peter Kraus hat früher als Hauptschullehrer gearbeitet. Als der 50-Jährige an Depressionen erkrankte, musste er seinen Beruf aufgeben. „Wer an Depressionen oder an anderen psychischen Erkrankungen leidet, wird von seinen Mitmenschen oft als Simulant angesehen oder gleich als wahnsinnig abgestempelt“, berichtet Kraus. Viele Menschen würden psychische Erkrankungen als Bedrohung empfinden, glaubt der Frankfurter. Um das zu ändern, macht er bei der MUT-Tour mit.
„Die Krankheit mit ihren vielen Facetten, ihren Höhen und Tiefen zu verstehen, ist ein langer Prozess“, sagt Sportmanagerin Maria Menke. Die 38-Jährige kann auf ihrer Arbeitsstelle offen über ihre Erkrankung sprechen. Ihr Chef und ihre Kollegen zeigen Verständnis, wenn sie einen Tag zuhause bleibt, weil es ihr nicht gut geht. „Das ist aber leider nicht die Regel“, sagt die Osnabrückerin. „Viele Arbeitnehmer haben Angst zu sagen 'Mir geht es nicht gut'“, berichtet Menke. „Sich zu outen und zu sagen, dass man den Alltag nicht auf die Kette kriegt, ist oft schambesetzt“, ergänzt Peter Kraus. Das wollen die beiden ändern. „Wir wollen die Entstigmatisierung von Depressionen vorantreiben und zeigen, dass wir nicht immer Trauerklöße sind - bei uns wird sogar gelacht“, schmunzelt Maria Menke. Sie und ihre Mitstreiter wollen anderen Betroffenen Mut machen, offen über ihre Erkrankung zu sprechen und vielleicht auch an der Tour teilzunehmen. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich meine seelische Gesundheit mit einfachen Mitteln unterstützen kann, z.B. mit Ausflügen in die Natur, mit Sport und frischer Luft - da ist die MUT-Tour genau das richtige“, erzählt Maria Menke. „Jeder kann mitmachen!“
• Für die diesjährige Tour gibt es noch Restplätze. Mehr Infos auf www.mut-tour.de. Eine erste Anlaufstelle für Menschen mit Depressionen ist die „deutsche depressionsliga“. Infos unter www.depressionsliga.de.