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Auf der Suche nach seinen "Schutzengeln"

Sein persönliches Weihnachtsmärchen erlebte jetzt Len Manners: Der gehbehinderte Rentner stürzte auf dem Weg von Nenndorf nach Klecken und konnte aus eigener Kraft nicht aufstehen. Der 71-Jährige lag auf dem Gehweg und musste mit hilflos mit ansehen, wie ein Auto nach dem anderen an ihm vorbeifuhr - bis ein paar junge Menschen ein Herz zeigten und ihm zur Hilfe eilten. "Ich hätte erfrieren können", ist er überzeugt. Jetzt sucht Len Manners seine "Schutzengel"

Gestürzter Rentner aus Klecken möchte sich bei seinen Helfern bedanken

as. Klecken.
„Es ist schön zu wissen, dass es noch Leute gibt, die sich kümmern und achtsam sind“, sagen Len Manners und seine Frau Cordula. Der Rentner aus Klecken hat vor Kurzem sein persönliches Weihnachtsmärchen erlebt und sucht jetzt seine „Schutzengel“, um sich bei ihnen zu bedanken.
Wie jeden Dienstag spielte Len Manners auch am 5. Dezember Boule in Nenndorf. Das ist eine der wenigen Sportarten, die er noch ausüben kann, seit er sein rechtes Bein bei einem Autounfall verlor. Nach und nach verabschieden sich seine Spielkameraden und gehen nach Hause. So auch Len Manners. Für den gehbehinderten Mann ist jeder Spaziergang ein Wagnis. Durch seine Prothese ist es ihm nicht möglich, Stolperer auszugleichen. „Aber bislang ist ja nie etwas passiert.“ Bis zu dem verhängnisvollen 5. Dezember.
Nach ein paar Hundert Metern passiert das Unglück: Len Manners stolpert und stürzt. Nach dem ersten Schock die Erleichterung: Wie durch ein Wunder hat er sich bei dem Sturz nicht verletzt. „Ich lag dort wie eine Schildkröte auf dem Rücken“, erinnert sich Manners. Es gibt nichts, an dem er sich hochziehen könnte. Er weiß, ohne Hilfe wird er nicht auf die Beine kommen. Aber es ist dunkel, der Gehweg an der Eckeler Straße ist nicht beleuchtet, er trägt eine dunkle Jacke - wer sollte ihn hier sehen? Langsam fühlt er die eisige Kälte des Bodens. Manners leuchtet mit der Stirnlampe zur Straße, versucht verzweifelt mit dem Licht zu winken und so die Aufmerksamkeit der vorbeifahrenden Fahrzeuge auf sich zu ziehen. Ein Auto fährt vorbei, das zweite Auto fährt vorbei - Manners wird langsam klar, dass er hier womöglich noch Stunden liegen wird. Auch die nächsten Fahrzeuge scheinen ihn nicht zu bemerken. Die Minuten fühlen sich wie Stunden an. Es wird immer kälter, Manners friert.
Ein roter Kleinwagen fährt ebenfalls an ihm vorbei. Manners glaubt, dass auch dieses Fahrzeug ihn übersehen hat, da hält der Wagen plötzlich an, setzt zurück. Eine junge Frau und ihre zwei Freunde steigen aus, helfen ihm auf die Beine, stützen ihn und leuchten den Weg bis zum Auto für ihn mit dem Handy aus. Manners fragt sie, ob sie ihn bis nach Eckel mitnehmen und an der Kreuzung Eckeler Straße/Bahnhofstraße absetzen können. Davon wollen seine Helfer aber nichts wissen, sie fahren ihn nach Hause, einer der Männer bringt ihn sogar bis zur Haustür. Dann erst fahren sie weiter.
„Das ging alles so schnell, ich konnte mich gar nicht richtig bedanken“, sagt Len Manners. Er weiß weder, wie seine Retter heißen, noch, woher sie kommen. „Ich möchte mich so gern für die Hilfe bedanken. Wenn die jungen Menschen nicht angehalten hätten, würde ich vielleicht noch heute da liegen“, sagt Len Manners. Sein Handy funktionierte nicht, seine Frau erwartete ihn erst später zuhause und niemand wusste, wo er war - „Ich hätte erfrieren können!“ Len Manners ist sich bewusst, dass er riesengroßes Glück gehabt hat.
Die junge Frau und die zwei Männer waren circa 20 bis 25 Jahre alt. Die Frau hatte hellbraune Haare, einer der Männer war rothaarig, der andere trug ein Käppi. Len Manners hofft, dass sich seine Weihnachtsengel bei ihm melden: E-Mail an manpen@kabelmail.de.