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Das nächste Mal besser ein Video nehmen

Auf ein Wort


Alle Jahre wieder: Am Heiligen Abend ist die Thomaskirche in Klecken brechend voll. Der Grund sind Leute, zu denen auch ich mich zähle, die nur am Weihnachtsabend
dort erscheinen. Warum? Da mag jeder sein eigenes Motiv haben. Mich als agnostischen „Platzwegnehmer“ plagt jedenfalls immer ein wenig das schlechte Gewissen. Diesmal lerne ich allerdings: Es geht noch viel rücksichtsloser. Schon kurz vor Ende des Gottesdienstes, der mir übrigens sehr gut gefallen hat, wird es
in den vorderen Sitzreihen unruhig. Fußgetrampel, mehrere Personen stehen auf, greifen nach ihren Mänteln. „Wir sind noch nicht am Ende“, freundlich aber bestimmt muss die Pastorin ihre offensichtlich im Aufbruch befindlichen „Schäfchen“ zurück rufen. Liebe Gesinnungsgenossen, die ihr wohl wie ich nicht häufig den Weg in die Kirche findet: Wenn wir schon den Gläubigen die Plätze klauen, sollten wir uns wenigstens ordentlich aufführen. Wer ein authentisches Weihnachtsfeeling
braucht, aber nicht mehr in der Lage ist, sein spaßgestähltes Ego in die Gemeinschaft eines Gottesdienstes einzuordnen, kaufe sich lieber ein Gottesdienstvideo fürs
Heimkino. Da kann man jederzeit um-, stumm- oder ausschalten.
Mitja Schrader