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Das WOCHENBLATT fragt nach: Wie kommt die neue Regelung für Radfahrer in Klecken und Eckel an?

Seit kurzem müssen Fahrradfahrer auf der K12 in Klecken und Eckel die Fahrbahn benutzen. Das WOCHENBLATT fragt nach: Wie kommt die neue Regelung für Radfahrer in Klecken und Eckel an?
 
Shamel Kheder Keshman, 25, aus Klecken: „Fahrrad fahren auf der Bürgermeister-Glade-Straße? Für Rennradfahrer mag das angehen, für normale Fahrradfahrer wie mich finde ich das nicht so gut. Hier ist zu viel Verkehr, und viele Fahrzeuge fahren zu schnell. Da kann es schnell zu einem Unfall kommen.“
as. Klecken. Der Gehweg ist wieder den Fußgängern vorbehalten: Seit etwa zwei Wochen müssen Fahrradfahrer auf der Bürgermeister-Glade-Straße (K12) in Eckel und Klecken die Fahrbahn nutzen, statt sich wie bisher mit den Fußgängern den Bürgersteig zu teilen. Wie berichtet, gab es daran heftige Kritik vom Ortsrat, allen voran Ortsbürgermeisterin Anke Grabe und ihre Stellvertreterin Sitta Schwentke.
Das WOCHENBLATT hat sich umgehört: Wie kommt die neue Regelung in Klecken und Eckel an?
Deutliche Worte findet Lionel Hartung, 16, aus Neu-Eckel. „Fahrradfahrer auf die Straße? Das ist hier doch völliger Quatsch. Das ist ja schon als Roller-Fahrer gefährlich. Mein Roller fährt 35 km/h und trotzdem rasen die Autos ganz dicht an einem vorbei.“ Er macht sich Sorgen um seine kleinen Geschwister, die die Strecke häufig mit dem Fahrrad fahren, und wird ihnen raten, weiterhin den Gehweg zu befahren. „Wenn man die Strecke sicherer machen will, hätte man doch z.B. auch den Gehweg breiter machen oder auf der anderen Seite einen Fahrradweg bauen können. Für den neuen Parkplatz war Platz, aber nicht für einen Fahrradweg? Dafür habe ich kein Verständnis.“
Auch als Autofahrerin findet Ingrid Bruns, 69, aus Buchholz die Regelung fragwürdig. „Der Fußweg wird doch von Fußgängern kaum genutzt, da können Fahrradfahrer dort auch mit dem Rad fahren. Als Fahrradfahrer würde ich mich auf dieser Straße sehr unwohl fühlen.“
Der Gehweg war nach Ansicht von Patrizia Baviello, 43, aus Klecken für Fahrradfahrer eine Katastrophe. Zu schmal, zu uneben. Mit der neuen Regelung einverstanden ist sie trotzdem nicht. „Die Radfahrer hier auf die Straße zu bringen, ist aber keine Alternative. Das ist eine stark befahrene Straße, kaum einer hält sich an das Tempolimit von 50 km/h. Auf keinen Fall würde ich hier auf der Straße fahren. Man hätte besser die neue Park and Ride-Fläche etwas kleiner machen und um einen breiten Gehweg erweitern sollen.“
Auch Manfred Zeckay, 75, aus Hainbuchen hätte gern den gemeinsamen Gehweg zurück. „Auf der zweispurigen Straße herrscht viel Verkehr. Die Straße ist zu eng für Auto- und Fahrradfahrer, das ist nicht sicher. Der Gehweg wird kaum genutzt, wenn der jetzt nicht mehr befahren werden darf, ist er doch komplett überflüssig!“
Angela Bakus, 49, aus Klecken fährt täglich mit dem Rad zum Bahnhof. „Auf der Straße würde ich nicht fahren, das ist mir zu gefährlich mit den Lkw. Im Sommer, wenn es hell ist, mag das nicht so schlimm sein, aber in der dunklen Jahreszeit wird man auf dem Fahrrad oft schlecht gesehen.“
Kritik an der Regelung äußert auch Shamel Kheder Keshman, 25, aus Klecken: „Fahrrad fahren auf der Bürgermeister-Glade-Straße? Für Rennradfahrer mag das angehen, für normale Fahrradfahrer wie mich finde ich das nicht so gut. Hier ist zu viel Verkehr, und viele Fahrzeuge fahren zu schnell. Da kann es schnell zu einem Unfall kommen.“
„Die Fahrradfahrer hier auf die Straße zu holen, ist ein Unding!“, ist Martina Kambies, 51, aus Klecken empört. „Bei dem Verkehr, den wir hier an Kieslastern und Lkw haben, ist das unverantwortlich!“ Man habe sich die Gegebenheiten vor Ort nicht angeschaut, vermutet sie. „Das ist ein typischer Fall von Schreibtischtäter. Die müssten sich hier mal einen Tag hinsetzen und die Kieslaster, Lkw und Erntemaschinen zählen.“ Sie und ihr Mann sind häufig mit dem Fahrrad auf der K12 unterwegs - bislang auf dem Gehweg. „Ich kann jedem nur davon abraten, hier mit dem Rad auf der Fahrbahn zu fahren!“
Beim Kreis teilt man diese Bedenken nicht: „Alle Studien zu dem Thema belegen, dass es sicherer ist auf der Straße zu fahren“, erklärt Kreissprecher Bernhard Forsdorfer. Ein Radwegzwang sei innerorts nur bei einer „extremen Gefahrenlage“ zulässig. Eine solche habe der Kreis nicht feststellen können. Die Betroffenen sehen das allerdings anders, wie die WOCHENBLATT-Befragung zeigt.

Moment Mal

Diese Fanatiker vertreten die Verbandsinteressen. aber sicher nicht „die Radfahrer“
Auf Betreiben von Kreis-Radfahrer-Chef-Lobbyistin Karin Sager und dem ADFC werden überall die seit Jahrzehnten bestehenden Fuß-Radwege für Radfahrer gesperrt, weil sie zu schmal sind. Radfahrer ab elf Jahren werden so, der ADFC-Doktrien folgend, auf die Straße gezwungen. Das ist nämlich sicher, sagen zumindest Studien und natürlich Karin Sager! Sicherer sogar, wenn es sich um eine viel befahrene Ortsdurchfahrt mit Bundesstraßencharakter handelt. Die Vorschrift dazu gibt es übrigens seit 1997, nur fehlte es bisher an Entscheidungsträgern, die diesen Schwachsinn mitmachen und sich die Dogmen einiger elitärer Berufsradfahrer aufzwingen lassen. Wer behauptet, für einen Viertklässler ist es quasi ohne Ausnahme sicherer, mit dem Rad im Ort auf der Straße zu fahren, ist nichts anderes als dogmatisch - schlimmer noch: Er opfert auf dem Altar partikularer Verbandsinteressen die Sicherheit der Radfahrer, die er eigentlich vertreten soll. Und noch etwas: Überall werden Studien zitiert, nach denen die Straße sicherer ist. Mal sehen, wie das aussieht, wenn tatsächlich überall der Straßenzwang gilt und man Vergleiche hat, vielleicht kommen neue Studien dann zu anderen Erkenntnissen...
Mitja Schrader

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