Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Dauer-Ärger mit dem Stau

Nicht nur auf den Autobahnen staut sich derzeit der Verkehr (Foto: archiv)
Baustellenchaos bringt den Verkehr in Rosengarten zum Erliegen

as. Ehestorf. Eine bessere Absprache bei Baumaßnahmen hatte Axel Krones, Ortsbürgermeister von Ehestorf/Alvesen, in einem offenen Brief an den Landkreis Harburg und die Stadt Hamburg gefordert (das WOCHENBLATT berichtete). Zeitgleiche Baumaßnahmen auf der A253, der A7, der B73 und dem Ehestorfer Weg würden den Verkehr in Ehestorf und in Richtung Hamburg zum Erliegen bringen, kritisierte Krones. Die Antworten sind seiner Ansicht nach nicht zufriedenstellend. Das Bewerbungsverfahren für den Verkehrskoordinator laufe, teilte man ihm beim niedersächsischen Ministerium für Verkehr mit. Die Stadt Hamburg verwies auf ihren Maßnahmenplan. Der Landkreis prüft laut Kreissprecherin Andrea Deutschmann, ob die Bauzeit der Radwegerneuerung am Ehestorfer Weg nicht verkürzt werden kann. Am morgendlichen Stau ändert sich aber vorerst nichts. "Die Ehestorfer sind hochgradig genervt. Für das Chaos hat keiner mehr Verständnis", so Krones. "Wer nicht unbedingt nach Hamburg muss, fährt gar nicht mehr los, es hat ja keinen Sinn."
Zum Mega-Stau kam es am vergangenen Mittwoch durch einen Lkw-Unfall auf der A7, Höhe Volkspark. Die Auswirkungen des Staus waren auch im südlichen Hamburger Umland deutlich zu spüren. Doch auch ohne solche Unfälle kommt der Berufsverkehr in Richtung Hamburg derzeit nur quälend langsam voran. "Für die Strecke von Vahrendorf nach Harburg, die normalerweise in drei Minuten zurückgelegt wird, habe ich 45 Minuten gebraucht", ärgert sich WOCHENBLATT-Leser Hartmut Rothenberg. "Man kann dem Stau nicht ausweichen, es gibt derzeit keine andere Möglichkeit, nach Harburg zu kommen."
Rosengartens Bürgermeister Dirk Seidler hat bereits Kontakt nach Hamburg aufgenommen. "Die Situation ist sehr schwierig, aus Rosengarten fahren viele Einpendler nach Hamburg. Morgens herrscht derzeit Stillstand, die Betroffenen stehen ewig im Stau." Das Problem liege in der mangelnden Koordination zwischen Hamburg und Niedersachsen, so Seidler. Auch eine frühere Fertigstellung des Radweges am Ehestorfer Weg, der derzeit in Richtung Hamburg gesperrt ist, würde seiner Ansicht nach nur eine kurzfristige Entlastung des Verkehrs bringen, denn es folgen ja noch die Arbeiten auf dem Hamburger Teil des Weges. "Wir haben dort nicht eine, sondern zwei Baustellen, die Verkehrsbehinderung wird dadurch länger dauern. Wieso hat man die Maßnahmen nicht zusammengelegt?", fragt der Bürgermeister. Er hat zudem angeregt, die Einbahnstraßenregelegung dort flexibel an die Verkehrsströme anzupassen. Also morgens die Fahrbahn in Richtung Ehestorf zu sperren und den Pendlern so die Durchfahrt nach Hamburg zu ermöglichen und abends die Fahrbahn Richtung Ehestorf zu öffnen. Er ist überzeugt: "So könnte man auch andere Strecken entlasten."

Nachtrag:

Nach Redaktionsschluss erreichte die WOCHENBLATT-Redaktion eine gute Nachricht für alle Hamburg-Pendler: Die Kreisstraße 74 (Ehestorfer Weg) ist ab Freitagnachmittag, 27. April, zeitweise in beide Richtungen befahrbar. Das teilte der Landkreis Harburg jetzt mit.
Bis Mittwochmorgen, 2. Mai, wird die K 74 im gesamten Baustellenbereich in beide Fahrtrichtungen befahrbar sein. Ab Mittwoch, den 2. Mai, ab 9 Uhr wird die Einbahnstraßenregelung im Baustellenbereich wieder eingerichtet. Montags bis freitags ist der Ehestorfer Weg dann jeweils vom Feierabend bis morgens 9 Uhr in beide Fahrtrichtungen befahrbar. Laut Landkreis wird diese Verkehrsregelung bis zur Fertigstellung des Fahrradwegs beibehalten.
Der Grund für die Aufhebung der Sperrung in Richtung Hamburg: Die Ausweichverkehre der A7 (Notreparatur einer Brücke zwischen den Anschlussstellen Hausbruch und Waltershof) und der A1 (Baustellen) führen derzeit laut Landkreis zu einer Überlastung in diesem Abschnitt. "Um die Verkehrssituation im Nahbereich zu entspannen und um den morgendlichen Berufsverkehr bis jeweils 9 Uhr auch von Niedersachsen kommend durch die Baustelle zu leiten, hat sich der Landkreis Harburg gemeinsam mit den Hamburger Behörden entschlossen, die Einbahnstraßenregelung auf der Kreisstraße 74 (Ehestorfer Weg) zwischen der Kreisstraße 20 und der Landesgrenze Hamburg zeitweise aufzuheben und die Baustelle als Tagesbaustelle einzurichten", heißt es in der Pressemittleilung.