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Den Landschaftsschutz gestärkt

Diese Fläche (schraffiert) möchte Steffen Lücking nutzen, desto näher die angrenzende Bebauung rückt, desto besser stehen seine Chancen (Foto: Skizze msr)

mi. Rosengarten. Eine Lanze für den Landschaftsschutz wurde jetzt - zumindest vorerst - im Planungsausschuss der Gemeinde Rosengarten gebrochen. Mit der Entscheidung, in Vahrendorf im Museumsweg die Verschiebung der Baugrenze nicht einfach abzunicken, haben die Politiker den Status des angrenzenden Landschaftsschutzgebietes betont. Ein Signal wohl auch an Investor Steffen Lücking, der auf dem Areal eine Flüchtlingsunterkunft bauen möchte.

„Anträge auf Änderung des Bebauungsplans ‚Vahrendorf-Nord‘ in Bezug auf eine Verschiebung der festgesetzten Baugrenze westlich Museumsweg“ - hinter diesem Satz verbirgt sich eine Menge politischer Sprengstoff. Gemeint ist nichts anderes, als zukünftig die Bebauung in Vahrendorf direkt an eine noch im Landschaftsschutz befindliche Fläche heran zu schieben. Um diese Wiese, die von den Straßen Museumsweg, Kirchweg und An der Mühle eingeschlossen wird, ist vor Kurzem ein heftiger Streit entbrannt (das
WOCHENBLATT berichtete). Auf der einen Seite Investor Steffen Lücking, der ausgerechnet auf dieser landschaftlich attraktiven Fläche eine Vorzeige-Unterkunft für Flüchtling in fester Bauweise für mehr als eine Million Euro plant, auf der anderen Seite eine Bürgerinitiative, die jegliche Bebauung der Fläche verhindern will. Ihre Befürchtung: Lücking nutzt die „Flüchtlingskrise“ aus, um die Fläche dauerhaft aus dem Landschaftsschutz zu lösen. Eine Verschiebung der Baugrenze hätte Lücking dabei den Rücken gestärkt. Hintergrund: Stehen rings um die geschützte Fläche ohnehin schon Häuser, ist ihre Bebauung viel einfacher durchzusetzen.
Das weiß man auch in der Politik und wollte deswegen - zumindest in einem öffentlichen Ausschuss - dieses heiße Eisen nicht anfassen. „Jetzt direkt neben dem Landschaftsschutz eine zweizeilige Bebauung zu genehmigen, ist schwierig, schließlich wurde die Flüchtlingsunterkunft gerade mit Hinweis auf den Landschaftsschutz untersagt. Zumindest ist das ein sehr sensibler Bereich, wir sollten heute keinen Beschluss fassen“, so Maximilian Leroux (CDU). Dem folgte auch der Ausschuss. Man einigte sich darauf, die Entscheidung „erst einmal zurückzustellen“. Für die BI dürfte das nicht mehr als ein Pyrrhussieg sein.
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