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"Der Hund ist der Spiegel des Menschen"

Schulter auf Kniehöhe, Blickkontakt zum Halter und dicht am Körper - Michaela Knoche und Baracus beherrschen das „Bei Fuß“-Gehen in Perfektion
as. Emsen. „Der Hund als Spiegel des Menschen“ - das ist die Philosophie von Michaela Knoche. Die mehrfache Weltmeisterin im Hundesport war mit ihrem Schäferhund „Baracus“ in Emsen bei „Canadoo“, einem Fachhandel für Tiernahrung in Bioqualität, zu Gast.
Seit mehr als 30 Jahren ist die 56-jährige Augsburgerin im Hundesport aktiv. Ihre Disziplin: „Obedience“ (Unterordnung). „'Sitz', 'Platz' oder 'Bleib' - diese Befehle lernt eigentlich jeder Familienhund. Bei Obedience komt es darauf an, die Befehle besonders schnell und exakt auszuführen“, erklärt Michaela Knoche. Geht der Hund z.B. bei Fuß, so muss er ganz dicht am Halter bleiben, seine Schulter muss auf Kniehöhe des Halters sein und er muss Blickkontakt zu seinem Herrchen halten. „Das wichtigste ist jedoch, dass Hund und Halter ihre Arbeit in Harmonie ausüben, Mensch und Tier in Einklang sind“, betont die Hundeliebhaberin.
Hinter den perfekt ausgeführten Übungen steckt viel Arbeit. „Man muss sich sehr mit dem Tier beschäftigen, das Schöne ist, dass man dadurch auch eine starke Bindung zum Hund entwickelt“, erklärt Knoche. Mit ihrem Schäferhund Baracus übt sie täglich in vielen kleinen Einheiten, etwa zwei Mal pro Woche gibt es eine etwa dreißigminütige Einheit, bei der die Befehle wie in der Prüfung hintereinander ausgeführt werden. „Durch die vielen Wiederholungen erreicht man, dass der Hund die Befehle jederzeit und überall gut versteht“, erklärt Michaela Knoche. Prinzipiell könne jeder Hund bei diesem Sport mitmachen - egal welche Rasse und egal welches Alter. „Man kann immer einsteigen, weil Hunde immer lernen wollen“, ist sie überzeugt. Klappt es nicht mit dem Lernen, kann die Ursache auch beim Halter liegen. Zum Beispiel wenn er einen Befehl ausspricht, unterbewusst aber mit seiner Körpersprache etwas anderes signalisiert. „Wieso bellt der Hund den Nachbarn immer an? Wir befehlen dem Hund ruhig zu sein, lächeln aber dabei, weil wir ihn nicht mögen. Damit bestärken wir aber unterbewusst das Verhalten des Tieres - der Hund ist der Spiegel des Menschen“, erklärt Knoche und fügt hinzu: „Man muss auch viel an sich selbst arbeiten“.
Ihr Erfolg gibt ihr Recht. Sie ist u.a. mehrfache Landessiegerin, Bundessiegerin 2008 und dreimalige Mannschaftsweltmeisterin bei der WUSV (Weltunion der Schäferhund-Vereine)-WM. „Das ist dann schon Leistungssport für die Hunde“, sagt Michaela Knoche. Mit Massagen, Physiotherapie, Warm-Up und Cool-Down sowie gesundem Futter hält sie ihre Tiere fit. „Der Hund muss gesund sein, man darf nie über seine Leistungsgrenze hinausgehen“, betont sie. Die tierschutzgerechte Ausbildung stehe an oberster Stelle, so Knoche. Läuft alles nach Plan, wird der dreijährige Baracus in den nächsten ein bis zwei Jahren an seinen ersten Meisterschaften teilnehmen.