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Die Idylle wurde zum Albtraum - Birgit Molnar lebt seit einem Jahr in einer Bauruine

Von außen sieht die kleine Hütte gemütlich aus, doch innen ist es kalt. Es fehlen Dusche und Möbel
 
Im Raum sind nur knapp 13 Grad: Birgit Molner in ihrem nur notdürftig reparierten Wochenendhaus
mi. Seevetal. In dicke Pullover eingepackt, die Arme um den Körper geschlungen: So steht Birgit Molnar (53) im Zimmer. Winterliche Kälte beißt durch dünne Holzwände. Obwohl im Kamin ein Feuer brennt, zeigt das Thermometer nur knapp 13 Grad Raumtemperatur an. Die kleine Waldhütte in der Lindhorster Heide (Seevetal) besteht nur aus zwei Räumen, es gibt ein Bett, einen Schreibtisch, ein Telefon, keine Dusche. Die Toilette steht in der Küche, direkt daneben Waschmaschine und Spüle. Ein alter Eletrokocher dient als Herd. Gesellschaft leisten Birgit Molnar nur ihre beiden Hunde „Manock“ und „Nora Lee“. Doch „Manock“ ist krank. Die Kälte mache ihm zu schaffen, sagt seine Besitzerin.
Dabei hätte alles so schön sein können. „Früher war das Wochenendhaus winterfest. Für mich war das Leben hier die Erfüllung eines Traumes“, erinnert sich Birgit Molnar. Doch im Februar 2015 zerstörte ein Kaminbrand ihr Zuhause, die Idylle wurde zum Albtraum. Die Versicherung zahlte bisher nur einen Teilbetrag. Birgit Molnar, die von einer kleinen Rente lebt, ist zu einem Leben im Provisorium gezwungen. Das zehrt immer mehr an ihren Kräften. Jetzt braucht sie dringend Hilfe. Denn ohne ihre Hunde in eine Notunterkunft ziehen, will Birgit Molnar auf keinen Fall.
Die Vorgeschichte: Birgit Molnar wollte neu anfangen, in ihrem Leben hat sie viel Schlimmes erlebt. Sie trennte sich von ihrem gewalttätigen Lebensgefährten und kaufte das kleine Wochenendhaus in einem Waldstück bei Seevetal. Hier wollte sie zusammen mit ihren zwei Hunden „Manock“ und „Nora Lee“ leben und Vergangenes hinter sich lassen. Doch ihr Glück dauerte nur kurz. Im Februar vergangenen Jahres kam es zu dem Brand. Die Hütte war voller Ruß. Fast alles, was sie besaß, war in Mitleidenschaft gezogen. Die Frage, wer für den Schaden aufkommen muss, zieht sich seitdem hin. Mehrere Gutachter beurteilten den Fall, ein Ergebnis steht nach wie vor aus. Dazu kommt ein weiteres Problem: Es ist nicht geklärt, ob Birgit Molnar ihr Haus überhaupt reparieren darf oder ob sie - wegen veränderter Gesetze - neu bauen muss.
Schnell stellte Birgit Molnar dann auch fest, dass sie mit der komplizierten Rechtslage überfordert ist. Sie nahm sich einen Anwalt. „Das war mein größter Fehler“, sagt sie heute. Denn der Rechtsbeistand hatte, so erzählt sie es, nicht ihr Wohl im Sinn, sondern wollte sich offenbar an der Versicherungssumme bereichern. „Der hat mich in einen Vertrag gezwungen und mir gedroht, dass, wenn ich nicht unterschreibe, der Gutachter mitteilt, dass ich für den Brand verantwortlich bin. Doch das stimmt nicht.“ Sie nahm sich einen neuen Anwalt, der Streit wegen des ominösen Vertrags ist noch nicht geklärt.
Aktuell war das Sozialamt bei der Frau, die bis zu dem Brand gut von ihrer Frührente leben konnte. Doch anstatt unbürokratischer Hilfe gab es Vorwürfe: „Die haben gesagt, ich wäre an meiner Situation selber schuld. Ich solle in eine Notunterkunft ziehen. Aber ich will hier nicht weg, denn in die Notunterkunft kann ich meine Hunde nicht mitnehmen.“
Birgit Molnar braucht jetzt vor allem Holz zum Heizen und jemanden, der ihr mit der Versicherung hilft. „Warum kann das Amt mir nicht einfach das Holz vorschießen, das ist doch viel günstiger als eine Notunterkunft?“, fragt sie sich.
Unbürokratische Hilfe habe sie derweil von der Winternothilfe des Vereins Besitzerhunde und der Dr. Frölich-Stiftung erhalten. Helfer brachten Futter für die Tiere, Decken und Holz. Molnar: „Ich danke allen, die mir helfen. Wie schön wäre es, wenn sich auch die Schadensabwicklung so unbürokratisch lösen ließe.“ • Wer helfen will, findet einen Aufruf auf Facebook auf der Seite von „Besitzerhunde feat. Dr. Frölich Stiftung“.