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Die "Jungs" von der Werkbank: Rentner setzen sich für die Nenndorfer Dorfgemeinschaft ein

In der Gruppe „Zur Werkbank“ engagieren sich Senioren aus Nenndorf ehrenamtlich für ihren Ort
as. Nenndorf. Die Kreissäge kreischt, der Geruch von Holz und Sägespänen liegt in der Luft. Emsige Geschäftigkeit erfüllt den Keller unter der Grundschule Nenndorf. Konzentriert und mit ruhiger Hand schiebt Rüdiger Neroch ein Stück Holz an der Säge entlang. Nach wenigen Sekunden ist ein Herz daraus geworden. Max Radke und Egon Hartmann bauen derweil am neuesten Projekt für die Grundschule, einem Hochbeet, während Dietrich Freyer im Nebenraum einen Fahrradreifen mit einem neuen Schlauch versieht.
Jeden Dienstag von 9 bis 12 Uhr treffen sich die drei Senioren mit weiteren Rentnern unter der Schule zur „Arbeit“, wie sie sagen. Nach einer kurzen Besprechung stürzen sie sich schon auf ihre Aufgaben, denn es gibt genug zu tun. Mal einen kaputten Rasentrimmer reparieren, eine Parkbank instandsetzen oder eine Garderobenleiste für die Grundschüler bauen - die rüstigen Rentner, im Schnitt 77 Jahre alt, setzen sich seit 2012 unter dem Namen „Zur Werkbank“ mit handwerklichem Geschick für ihren Heimatort ein und helfen aus, wo Not am Mann ist. Rund 1.500 Stunden pro Jahr werkeln die Rentner für den „Förderverein Jugend- und Altenhilfe für die Nenndorfer Dorfgemeinschaft“ ehrenamtlich an verschiedenen Projekten. U.a. kümmern sie sich um das Equipment für den Weihnachtsmarkt, halten die 30 Buden in Schuss und stellen für den Stand des Fördervereins Dekogegenstände aus Holz her. Jeder bringt sich mit seinen Fähigkeiten so ein, wie er kann. Helmut Foch, mit 88 der älteste „Mitarbeiter“, ist Herr über das Werkzeug und die Schrauben. Jede einzelne auf dem Weihnachtsmarkt verwendete Schraube geht durch seine Hände, wird nach ihrem Gebrauch sorgfältig gesäubert und für das nächste Mal ordentlich einsortiert. Tischlermeister Werner Böttcher setzt eine alter Bauerntruhe instand, die dem Förderverein gestiftet wurde, Grafikdesigner Rüdiger Neroch kümmert sich um Schablonen für die Holzarbeiten.
Egal was ansteht - pünktlich um 11.25 Uhr läutet einer der Senioren die Glocke. Das ist das Signal für die anderen, sich ans Aufräumen zu machen. Um 11.30 Uhr ist Schluss, da wird nicht dran gerüttelt. Und dann wird es gemütlich: Bei einer Tasse Kaffee und manchmal auch Kuchen klönen die „Jungs“ über die Themen, die sie bewegen. „Hier erfahren wir Neuigkeiten aus dem Dorf und schnacken über Politik - Männertratsch eben“, sagt Werner Böttcher. Neben der ehrenamtlichen Arbeit ist es vor allem die Gemeinschaft, die bei der „Werkbank“ im Vordergrund steht. Der Dienstagvormittag ist fest für die Werkbank reserviert, absagen gibt es nicht. „Wenn ein Termin mal ausfallen muss, z.B. an Feiertagen, wird schon auch schon mal gemeckert“, sagt Harald Möhrmann, der die Gruppe leitet.
Pünktlich um 12 Uhr ist Schluss, dann geht es heim. Das Licht im Keller wird ausgeknipst und der Letzte schließt die Werkstatt ab.