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"Die Nachfrage bestimmt das Angebot!" WOCHENBLATT-Leser verraten, wie sie Plastik vermeiden

WOCHENBLATT-Leser verraten, wie sie im Alltag ihren Plastikmüll reduzieren

(as). Rund 36 Kilogramm Verpackungsmüll aus Kunststoff produziert jeder Deutsche laut Naturschutzbund pro Jahr. Das WOCHENBLATT hat seine Leser gefragt, wie und ob sie ihren Plastikmüll reduzieren. Hier ihre Tipps:
Hildegard Langenefeld legt Gemüse wie Zwiebeln, Pilze, Tomaten oder Kohlrabi lose aufs Laufband im Supermarkt. Außerdem verwendet sie nur noch feste Seifen.
• "Es macht Spaß, plastikfrei zu leben", ist Jennifer Kringel aus Buchholz überzeugt. Sie empfiehlt einen Einkauf in einem Unverpackt-Laden in Hamburg.
• Auch Karen Prohl aus Tötensen versucht, den Plastik-Verbrauch möglichst gering zu halten. Z.B. ist sie jetzt von Plastik-Mehrwegflaschen auf einen Trinkwasser-Sprudler umgestiegen. "Die eigene Herstellung von Selter ist eine sehr gute und gesunde Möglichkeit, Plastik zu vermeiden!"
Was tun, wenn man so gar keine Lust hat, zu kochen?
• WOCHENBLATT-Leserin Ekaterina Kache bestellt gelegentlich etwas zum Essen. Ihr Tipp: Selbst abholen und das Essen in die eigene Frischhaltedose packen lassen. "Es geht schneller, als auf die Lieferung nach Hause zu warten, und man vermeidet 'kiloweise' Einwegboxen, in die das Essen sonst eingepackt wird."
Auch einen Beautytipp hat sie: Abschminken mit lauwarmen Wasser. "Man kann auf unnötige Beautyprodukte verzichten, oder wenigstens deren Konsum reduzieren - so spart man nicht nur Geld, sondern hilft auch bei der Plastikvermeidung."
• "Auch wenn man nicht 100 Prozent plastikfrei schafft, ist jeder Schritt in die Richtung ein guter", sagt Janina Bayer aus Wischhafen. Bewusster Einkaufen, nicht immer die Kleinstverpackungen und den Käse vielleicht mal am Stück kaufen statt schon vorgeschnitten, das sind ihre Tipps. "Die Nachfrage bestimmt das Angebot, das muss man sich als Kunde immer wieder bewusst machen!"
Familie Wode aus Jork ist es sogar gelungen, in einem halben Jahr die Anzahl der gelben Säcke von 5 auf 1 1/2 pro Monat zu reduzieren. Die Familie hat ihre Alltagsgewohnheiten komplett umgekrempelt. Wie das, erzählt uns Anja Wode:
"Bei uns begann alles mit dem Sachkundeunterricht unserer achtjährigen Tochter. Die Kinder haben sich intensiv mit dem Thema Müll beschäftigt und natürlich haben wir darüber dann auch am Abendbrottisch gesprochen. Klar, haben wir schon immer Müll getrennt und uns das ein oder andere Mal über die ganzen Plastikverpackungen geärgert, aber bewusst darauf geachtet, Müll zu vermeiden, haben wir erst, seit unsere Tochter uns den Vorschlag unterbreitete: 'Lasst uns doch auch mal versuchen, Müll zu sparen!'.
Brot kaufen wir beim lokalen Bäcker und nehmen hierfür unseren Stoffbeutel. Fleisch und Aufschnitt kaufen wir beim ortsansässigen Fleischer, der unsere Tupperdosen akzeptiert und unsere Einkäufe darin abfüllt. Das ist leider nicht bei allen Händlern so. Obst und Gemüse kaufen wir auf dem Markt, genauso wie Eier und Käse. Milch holen wir an der Milchtankstelle. Getränke kaufen wir nur noch in Glasflaschen.
In Plastik verpackte Spülmaschinentabs haben wir verbannt und stellen stattdessen unser Spülmaschinenpulver selbst her.
Wir benutzen keine Mülltüten mehr, sondern legen den Mülleimer mit Zeitung aus und auch nach Weichspüler sucht man bei uns vergeblich. Wir nutzen stattdessen entweder Salz oder Essig. In unserem Badezimmer hat der Seifensack Einzug gehalten und Zähne putzen wir uns mit Bambuszahnbürsten.
Aber leider stoßen wir im Alltag auch immer wieder auf Schwierigkeiten. So gibt es außer Milch und Joghurt kaum andere Milchprodukte im Glas, wie z.B. Sahne oder Quark. Und das einzige Shampoo in der Glasflasche, welches wir nutzen, gibt es seit Kurzem nun auch nur noch in der Plastikflasche.
Aber auch dafür werden wir sicher eine Lösung finden. Wir werden auf jeden Fall weiter auf Plastikverpackungen und Kunststoffmüll verzichten. Nicht zuletzt, um unseren Kindern ein gutes Vorbild zu sein."