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Ein goldener Meisterbrief für Erwin Egler

Obermeister Joachim Czychy (li.)überreichte Erwin Egler den goldenen Meisterbrief

Er machte vor 50 Jahren seinen Kfz-Meister und steht immer noch in der Werkstatt

mi. Tötensen. Er gehört noch längst nicht zum alten Eisen: Ein halbes Jahrhundert ist es her, dass Erwin Egler (79) seinen Meister als Kfz-Mechaniker machte. Heute steht er immer noch in der Werkstatt des Tötensener Familienbetriebs „Autohaus Egler“. Dafür erhielt er jetzt eine ganz besondere Auszeichnung. Joachim Czychy, Obermeister der Kfz-Innung, überreichte Erwin Egler den goldenen Meisterbrief. „Ich vergebe diese Auszeichnung zum ersten Mal, das ist auch für mich etwas Besonderes“, so der Obermeister.
In einer kurzen Laudatio würdigte er die Leistung des Jubilars: „Ich wünschte mir nur einen Funken deines Engagements und deiner Leidenschaft auch bei unseren heutigen Azubis, dann hätten wir keine Nachwuchssorgen“, sagte der Obermeister. Erwin Egler freute besonders, dass zu der Feier auch viele seiner ehemaligen Azubis und Gesellen erschienen waren - heute allesamt ebenfalls Meister.
Am 1. November 1963 erhielt Erwin Egler seinen Meisterbrief. Es war eine andere Zeit: Auf den Straßen gab es nur sieben Millionen Autos. Fahrzeuge wie heute, mit 300 PS, kamen höchstens im Science Fiction vor. „Kfz-Mechaniker, das war damals noch Arbeit mit den Händen, eben echtes Handwerk“, erinnert sich der Jubilar. So musste er für seine Meisterprüfung noch ein richtiges Meisterstück anfertigen und zum Alltag in der Werkstatt gehörten noch Schweißen und Schrauben. Heute sei die Ausbildung viel zu leicht, so Erwin Eglers hartes Urteil.
Noch immer packt er im familieneigenen Betrieb in Tötensen gerne mit an. Schließlich war er es, der die Firma aufgebaut hat. „Den neumodischen Elektronikkram überlasse ich aber der Jugend. Ich frage mich nur, wie viel Elektronik verträgt ein Auto?“, so der Altmeister. Ganz in seiner Welt ist Erwin Egler dagegen, wenn es darum geht, noch richtig an den Fahrzeugen zu arbeiten. „Die Beseitigung von Unfallschäden, das macht meinem Vater immer noch großen Spaß“, sagt Sohn Karsten Egler, der heute die Werkstatt in Tötensen leitet.