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Eine Autobahn nur für "Ami-Schlitten" - A261 wurde zum "Highway"

Die Autobahn war die perfekte Kulisse, um die PS-starken US-Straßenkreuzer der Marke Mustang in Szene zu setzen

mi. Rosengarten. „Bromm, Bromm!“ Schon der Motorsound beim Gasgeben zeigt, hier ist keine Pferdestärken-arme Stadtkarosse unterwegs, sondern ein echtes PS-Monster. In diesem Fall ist es ein 2007er Mustang (213 PS), der Fahrer beschleunigt und zieht mit dröhnender Maschine auf der rechten Fahrspur an einem Kleinbus vorbei. Schauplatz der Szene ist ein Teilstück der Autobahn 261 zwischen Buchholz und Rosengarten. Moment mal: Ist die Strecke nicht gerade gesperrt? Ist sie. Dennoch machten die Behörden jetzt eine Ausnahme. Für rund zwei Stunden gehörte der „Highway 261“ offiziell den Liebhabern PS-starker US-Autos.

Organisiert hatte die außergewöhnliche Aktion Martin Koschmall. Zusammen mit Gleichgesinnten gehört er der Facebookgruppe „TGiF“ (Thank God its Friday) an. Ein Forum für die Liebhaber von Autos amerikanischen Fabrikats. Die Idee: Die gesperrte Autobahn öffnen, um dort ungestört und ohne den Straßenverkehr zu stören, Corvette, Dodge & Co. in Szene zu setzen.
Bei der zuständigen Behörde stand man der Idee aufgeschlossen gegenüber. Man einigte sich, dass die US-Car-Freunde die Autobahn für rund zwei Stunden befahren dürfen. Das Beste: Außer einer Verwaltungsgebühr ist der Spaß sogar umsonst. „Es handelt sich um eine sogenannte Sondernutzung“, erklärt Gisela Schütt, Leiterin der Regionaldirektion Verden der niedersächsischen Verkehrsbehörde.
Rund 35 Fahrer nahmen an der ungewöhnlichen Aktion teil. Die Autos spiegelten dabei die Vielfalt des US-Auto-Marktes in Gegenwart und Vergangenheit wieder. Als ältestes Fahrzeug war ein Chevy, Baujahr 1940, dabei. Richtig was her machte auch der fahrbare Untersatz von Jörg Licht und Tina Peters aus Stade, die mit einem Original-Fahrzeug der Las Vegas Metropolitan Police über die Strecke patrouillierten. Hoheitliche Aufgaben mussten sie aber nicht übernehmen, dafür war die deutsche Autobahn-Polizei mit einer Funkstreife vor Ort, die das Geschehen absicherte.
Beim TGiF-Stammtisch hofft man jetzt, ganz gegen den Trend, dass bald mal wieder eine Autobahn für längere Zeit gesperrt wird, denn, so Martin Koschmall: „Dieses Event schreit nach einer Wiederholung.“
• Die TGiF-Mitglieder treffen sich jeden zweiten Freitag im Monat um 18.30 Uhr. Der Ort wird auf Facebook (TGiF-Stammtisch) bekannt gegeben.