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Erdkunde und Geschichte waren verboten

Die Klasse von Margret Schröder auf einem Foto aus dem Jahr 1949 (Foto: oh)
mi. Rosengarten. Fast 70 Jahre ist es her, dass Margret Schröder (75) zusammen mit 46 Mitschülern in Nenndorf Rosengarten eingeschult wurde. Doch auch nach so langer Zeit haben sich die Klassenkameraden von damals nicht aus den Augen verloren. Regelmäßig finden Klassentreffen statt, jetzt kommen 25 der Schüler von damals zum sechsten Mal zusammen, und sogar ihre erste Lehrerin ist mit dabei.
Rückblick: Eingeschult wurde Margret Schröder zusammen mit 46 anderen Kindern 1945 kurz nach Kriegsende. Die Zeiten waren hart, es fehlte an Nahrung, Heizmaterial, Wohnraum. In Nenndorf lebten damals rund 700 Einwohnern und dazu viele Flüchtlinge.
„Wir waren am Anfang 200 Kinder in der Schule, in nur zwei Klassenräumen und mit nur zwei Lehrern, erinnert sich die Rentnerin. Ihre Lehrerin Ilse Rybicki (damals noch Soltau) war blutjunge 20 Jahre alt und hatte die Pädagogen-Ausbildung gerade erst beendet. Es gab weder Bücher noch Hefte. Der Unterricht bestand aus Lesen,
Schreiben, Rechnen. „Die Fächer Erdkunde und Geschichte hatten die englischen Besatzer verboten“, erzählt Margret Schröder. Besonders grausig sind ihr die Toiletten in Erinnerung: Zwei Plumpsklos voller Getier und mit einem Handtuch für 200 Schüler, dass wöchentlich gewechselt wurde. Es gab aber auch schöne Erlebnisse: Zum Beispiel die allererste Klassenfahrt nach Kiel im Sommer 1953.
Solche Geschichten aus einer Zeit, in der alles knapp und vieles gar nicht da war und in der es dennoch stetig bergauf ging, sind es wohl, die sie und ihre Mitschüler bis heute verbinden.
Denn, so sagt Margret Schröder, auf den Treffen, seien sich alle einig: „Unsere Schulzeit damals war eine prägende Zeit, und nicht die schlechteste.“