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Es geht nicht ohne Kompromisse

Die Mittagspause ist gerettet: WOCHENBLATT-Redakteurin Anke Settekorn freut sich über die Spaghetti aus der Frischhaltedose (Foto: bim)
Mein Leben ohne Plastik: Ende des Versuchs

(as). Seit vier Wochen versuche ich, WOCHENBLATT-Redakteurin Anke Settekorn, ohne Plastik auszukommen. Jetzt ist der Versuch beendet. Das Fazit: Ohne Kompromisse geht es nicht. Die Tastatur auf der ich schreibe, das Telefon, Teile meines Smartphones - Kunststoff ist allgegenwärtig, komplett auf Plastik zu verzichten, ist in unserer Welt unmöglich. Plastik ist aber nicht gleich Plastik. Denn den Verpackungsmüll, der sonst bei mir im gelben Sack landet, konnte ich deutlich reduzieren. Wenn ich einkaufen gehe, habe ich nun ein Netz für Obst und Gemüse sowie Frischhaltedosen für Fleisch und Käse dabei. Ich war erstaunt, wie gut das Einkaufen ohne Verpackung funktioniert - wenn man seinen Einkauf plant und Einschränkungen in Kauf nimmt. Denn Spontan-Käufe sind nicht drin. Und auch wenn es mal schnell gehen muss, habe ich eine Lösung gefunden: Beim Imbiss meines Vertrauens wird mir mein Mittagessen unkompliziert in die mitgebrachte Frischhaltedose gelegt. Es ist überraschend, wo man auf Verpackungen verzichten kann, wenn man einfach mal freundlich nachfragt. Auch in Sachen Kosmetik habe ich einiges ausprobiert. Während ich von den selbstgemachten Cremes begeistert bin, bin ich froh, dass die Zahnputztabletten nun der Vergangenheit angehören. Das feste Shampoo und die Seife werde ich allerdings weiter benutzen. Ob ich die selbstgemachten
Putz- und Waschmittel nach dem Aufbrauchen erneut herstelle, weiß ich noch nicht. Aber ich nehme mir vor, Produkte, die nur in Plastikverpackungen erhältlich sind, in möglichst großer Menge zu kaufen, um so Verpackungsmüll zu sparen. Nicht verzichten werde ich auf die Frischhaltedosen aus Kunststoff. Bereits während meines Versuchs waren sie teilweise im Einsatz, wenn mir passende Gefäße aus Glas oder Metall gefehlt haben. Überhaupt werde ich meine „alten“ Plastikprodukte aufbrauchen bis sie leer oder kaputt sind. Denn bereits gekaufte Dosen, Tiegel und Tuben zu entsorgen, ohne dass sie ihre Aufgabe erfüllt haben, ist die größte Verschwendung von Ressourcen.