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Fit in der Wiederbelebung: Die „Helfer vor Ort“ der Freiwilligen Feuerwehr Vahrendorf-Sottorf

Die Feuerwehrleute der Wehr Vahrendorf-Sottorf sind auch als Ersthelfer im Einsatz (Foto: Feuerwehr Vahrendorf-Sottorf)
 
Die „Helfer vor Ort“ der Feuerwehr Vahrendorf-Sottorf bilden sich regelmäßig fort (Foto: Feuerwehr Vahrendorf-Sottorf)
as. Vahrendorf.

In Deutschland sterben täglich 250 Menschen an plötzlichem Herztod. Nur ein kleiner Teil kann wiederbelebt werden. Das Problem: Häufig wird zu spät mit der Wiederbelebung begonnen. Die Feuerwehr Vahrendorf-Sottorf hat deshalb 2006 als erste Wehr im Landkreis Harburg die „Helfer vor Ort“ eingesetzt. Die Mitglieder dieser Wehr sind in Herz-Lungen-Wiederbelebung und Frühdefibrillation ausgebildet. Sie beginnen als Ersthelfer umgehend mit der Reanimation nach einem Herzstillstand.


„Unsere wichtigste Aufgabe ist die Reanimation nach einem Herztod“, sagt Dr. Andreas Wollmann. Seit 2006 sind er und seine Kameraden von der Freiwilligen Feuerwehr Vahrendorf-Sottorf als „Helfer vor Ort“ (HvO) im Einsatz.
Andreas Wollmann weiß wovon er spricht: im Berufsleben ist er im Landkreis Stade als Notarzt tätig. „Wiederbelebung durch den Notarzt funktioniert nur, wenn schon vor Ort jemand frühzeitig begonnen hat, zu reanimieren“, sagt Wollmann. „Mit jeder Minute, die verstreicht, sinkt die Chance um zehn Prozent!“, so Wollmann weiter. In ländlichen Gebieten wie dem Einsatzbereich der Vahrendorfer Wehr können bis zu zehn Minuten vergehen, bis der Notarzt beim Patienten eingetroffen ist. Wichtige Zeit, in der der Patient schon reanimiert werden könnte.
Deshalb gibt es die HvO. Die HvO sind Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, die zusätzlich eine Ausbildung zum Sanitätshelfer absolviert haben. Mit regelmäßigen Weiterbildungen und Übungseinsätzen bereiten sich die HvO auf ihren Einsatz vor. Immer wenn ein Notarztwagen alarmiert wird, geht auch der Alarm für die HvO los. Ist der Rettungsdienst beim Patienten eingetroffen, endet der Einsatz der HvO in der Regel. Allein im vergangenen Jahr haben die HvO der Feuerwehr Vahrendorf-Sottorf 24 Einsätze absolviert.
Die HvO haben einen großen Vorteil gegenüber dem Rettungsdienst: sie sind bereits in der Nähe - und sie kennen sich vor Ort aus. „Wir stellen die Erstversorgung sicher und wollen dafür sorgen, dass der Patient noch oder wieder lebt, wenn der Rettungsdienst kommt“, erklärt Andreas Wollmann. Im Gedächtnis geblieben ist ihm z.B. ein 50-jähriger Fahrradfahrer, der im vergangenen Jahr auf dem Wildparkparkplatz plötzlich mit Kammerflimmern umgekippt war. Die HvO der Feuerwehr Vahrendorf-Sottorf waren schnell vor Ort, dank ihres Einsatzes konnte der Patient erfolgreich ohne bleibende Schäden wiederbelebt werden. Das klappt allerdings nicht jedes Mal. „Je länger es braucht, bis eine Person reanimiert wird, desto schlechter stehen die Chancen, dass es klappt“, so Wollmann. Mittlerweile haben auch die Wehren Wistedt, Undeloh und Regesbostel das Konzept eingeführt.
In der Feuerwehr Vahrendorf-Sottorf sind so gut wie alle Mitglieder auch als HvO im Einsatz. „Wir haben den Luxus, dass in unserer Wehr mit Ärzten, Rettungsassistenten und -Sanitätern auch Fachleute vertreten sind“, so Wollmann. „Aber jeder kann Ersthelfer werden!“, betont er. Denn die Überlebenschance sei am größten, wenn die Wiederbelebung sofort gestartet wird. Am wichtigsten ist dabei, durch eine Herzdruckmassage die Sauerstoffversorgung des Gehirns sicherzustellen. „Viele Laien haben Angst, etwas falsch zu machen“, sagt Wollmann. „Wenn der Patient sonst aber tot ist, kann man nur gewinnen!“

Hilfe bei Herzstillstand

Bricht eine Person bewusstlos zusammen, muss zunächst überprüft werden, ob sie auf Ansprache oder leichtes Rütteln reagiert und ob die Person atmet. Wenn dies nicht der Fall ist, 112 anrufen. Dann sofort mit der Herzdruckmassage beginnen:
Den Brustkorb frei machen. Den Ballen der Hand auf die Mitte der Brust legen, den Ballen der anderen Hand darüber. Die Finger verschränken. Die Arme gerade halten und Senkrecht mit den Schultern über den Druckpunkt gehen, um mehr Kraft auszuüben. Das Brustbein fünf bis sechs Zentimeter nach unten drücken. Etwa 100 bis 120 mal pro Minute drücken, bis Hilfe eintrifft.
Geschulte Helfer können zusätzlich die Mund-zu-Mund-Beatmungen im Verhältnis von 30 Herzdruckmassagen zu zwei Beatmungen durchführen.
• Eine leicht verständliche Anweisung mit Schaubildern zum Thema Herzdruckmassage und Beatmung gibt es auf der Internetseite www.schuelerrettenleben.de/handeln.html.