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Fünftklässler malen mit Bewohnern des BeneVit Pflegeheims

Im BeneVit Pflegeheim in Nenndorf herrscht geschäftiges Treiben: Adolf Richter (86) zieht noch schnell sein Malerhemd über, dann geht es los. „Wollen wir jetzt die Wolken machen?“, fragen Joshua und Cedrik (beide 11). Die drei nehmen an einem gemeinsamen Kunstprojekt des Pflegeheims und der Oberschule teil
as. Nenndorf. Blau, Türkis, oder doch lieber Lila? Spachtel oder Pinsel? Dita Zegler (88) berät sich mit Fünftklässer Tim (11). Er besucht mit sieben Mitschülern der Oberschule Rosengarten (OBS) einmal pro Woche das Pflegeheim BeneVit in Nenndorf, um dort gemeinsam mit den Bewohnern zu malen. Abstrakte Formen in leuchtenden Farben füllen nach und nach die Leinwand. „Gemeinsam an einem Bild zu arbeiten, öffnet uns vollkommen andere Welten“, sagt Zegler. „Eigentlich kann ich das gar nicht, in Kunst hatte ich immer eine vier. Aber jetzt malen wir einfach drauf los, das macht Spaß“, erzählt die Seniorin mit leuchtenden Augen. Im Raum herrscht geschäftiges Treiben. Adolf Richter (86) tupft vorsichtig etwas weiße Farbe auf einen blauen Hintergrund. „Es ist interessant, mit den jungen Leuten zusammenzuarbeiten“, sagt er. „Man lernt sich hier schnell kennen, und die Leute sind nett. Das macht Spaß“, ergänzt Cedrik (11). Einen Platz weiter ergänzen Waltraud Hinners (86) und die 10-jährige Saskia die letzten Details auf ihrem Bild. Hinners malt mit Saskia einen Apfelbaum mit Ententeich und Scheune, dabei erzählt sie vom Leben im Alten Land.
Teilweise sind schon richtige Freundschaften zwischen den großen und kleinen Künstlern enstanden. Gerhard Quast (93) und Ronan kommen etwas später, die beiden haben sich „versabbelt“. Quast, der Künstler ist, gibt viele Tipps und Kniffe an Ronan weiter. Wie malt man die Spiegelung des Himmels auf dem Wasser? Weshalb muss da ein Schatten hin? Ronan profitiert von der Erfahrung des 93-jährigen: „Gerhard kann mir viel beibringen.“ Weil das Malprojekt zu wenig Zeit für Gespräche über ihr Lieblingsthema, die Tierwelt, gibt, will Ronan den 93-Jährigen zukünftig auch Nachmittags besuchen.
„Wir waren uns nicht sicher, ob das Projekt funktioniert. Jetzt sind wir überrascht, was dabei herausgekommen ist. Wir wollen weitere Projekte dieser Art in Zukunft forcieren“, sagt Alina Kibbel vom Bündis für Familie, die das Projekt gemeinsam mit Silke Smrcka, Schulsozialpädagogin an der OBS, und Maraike Meyer, Betreuungsleiterin des Pflegeheims, organisiert. Die Materialien wurden von den Brötchenmüttern der OBS und dem Präventionsrat gespendet.
• Die Bilder werden im Rathaus der Gemeinde Rosengarten (Bremer Str. 42) ausgestellt. Am Freitag, 9. Juni, um 16 Uhr wird die Ausstellung eröffnet, dort ist sie noch bis Ende Juli zu sehen. Ab August hängen die Bilder in der OBS, zum Herbstanfang im BeneVit-Haus Kiekeberg.