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Gedenkgottesdienst für die bei der Feuertragödie getöteten Kinder: "Uns eint das Mitgefühl"

Die Pastorinnen Katharina Benke und Dorothea Blaffert sowie Diakon Olaf Schröder mit den Glassteinen, die die Tränen der Trauernden symbolisieren
bim. Nenndorf. Mit einem einfühlsamen und bewegenden Gedenkgottesdienst nahmen jetzt Familien, Freunde, Begleiter, Nachbarn, Vertreter der Feuerwehr, Polizei und Verwaltung Abschied von Julian (11) und Mia (2), die bei der verheerenden Feuertragödie kurz vor Weihnachten in Eckel ums Leben gekommen sind. Die Pastorinnen Dorothea Blaffert und Katharina Benke sowie Diakon Olaf Schröder hießen rund 200 Gäste in der vollbesetzten Nenndorfer Kreuzkirche willkommen. Ihre Gedanken sind auch bei der 49-jährigen Pflegemutter, die lebensgefährliche Brandverletzungen erlitt.
Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst von Mareike Mehrkens an der Violine und Sylvia Schollmeyer an der Orgel.
"Uns eint das Mitgefühl. Wir wollen den Familien beistehen mit Worten, Schweigen, Umarmungen und Handreichungen", so Dorothea Blaffert. "Wir denken an das, was Julian und Mia gesagt und getan haben und was wir mit ihnen erlebt haben. Das hält sie für uns lebendig", so die Pastorin.
Seine Tränen kaum zurückhalten konnte Herbert Maliers, Florians Klassenlehrer in der Grundschule. Er hatte das Plüschtier "Charly" dabei, das die Kinder in der Grundschulzeit begleitete. "Wir sind traurig, Julian fehlt seinen Freunden. Wenn ich an Julian denke, sehe ich ein strahlendes Gesicht vor mir. Er war der Fröhlichste und zu jedem freundlich", so Maliers. Der Elfjährige war in der Feuerwehr aktiv und sehr tierlieb. Er habe besondere Gaben gehabt: "Er war mutig, gab zu, wenn er etwas nicht konnte. Er war ein guter Beobachter und hilfsbereit. Er spürte, wenn ein Kind Kummer hatte und konnte gut trösten", so der Klassenlehrer. "Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar", zitierte Herbert Maliers aus dem Buch "Der kleine Prinz" des französischen Autors Antoine de Saint-Exupéry und war sicher, Julian hätte das Buch gemocht.
Zwei frühere Klassenkameraden von Julian hatten einen Brief an ihn geschrieben: "Wir hatten eine schöne, aber viel zu kurze Zeit. Du wirst uns fehlen. Hoffentlich hast Du eine schöne Zeit im Himmel."
An die kleine Mia erinnerte Pastorin Dorothea Blaffert. "Schick" und "alleine" seien ihre Lieblingsworte gewesen. "Sie konnte mit dem Laufrad flitzen, so schnell, dass keiner mitkam. Aber sie wirbelte auch Spielzeug durcheinander, war ein kleiner Wirbelwind", so Blaffert.
Pastorin Katharina Benke nannte die beiden Bibelverse, die Julian und Mia bei deren Beerdigung gewidmet wurden: " Gott ist die Liebe. Wer in der Liebe lebt, lebt in Gott und Gott in ihm" für Julian und: "Gott hat seinen Engeln befohlen, dass Sie Dich behüten auf all Deinen Wegen" für Mia. "Wir nehmen Abschied mit Dank für ihr Leben, das wir für kurze Zeit teilen durften", so Katharina Benke.
Das Wesentliche sei zwar für die Augen unsichtbar, knüpfte Dorothea Blaffert an Herbert Maliers Worte an. Das Mitgefühl für die Hinterbliebenen sei aber sichtbar an den vielen entzündeten Kerzen in der Kirche. Der Dank gelte der Hilfe, die u.a. in den Rettern der Feuerwehr, Sanitätern, der Polizei, des Jugendamtes, der Verwaltung und Nachbarn ein Gesicht und einen Namen bekommen hätten.
"Wohin mit all unseren Tränen", fragte Olaf Schröder, Diakon und Mitarbeiter der offenen Jugendarbeit. Er sammelte die an die Besucher verteilten Glassteine, die die Tränen symbolisierten, in einem Krug, der anschließend zum Friedhof getragen wurde. Mit Seifenblasen konnten die Gottesdienstbesucher zudem ihre guten Wünsche gen Himmel steigen lassen.