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In die Plastikfalle getappt

Leben ohne Plastik: Versuch von Anke Settekorn

(as). Seit knapp vier Wochen versuche ich, WOCHENBLATT-Redakteurin Anke Settekorn, ohne Plastik zu leben. Während es mir beim Einkaufen und im Badezimmer mittlerweile einigermaßen gelingt, ohne Kunststoff auszukommen, ist es in anderen Bereichen deutlich schwieriger. Mehrfach bin ich in die Plastikfalle getappt:
Zwischen zwei Terminen machte ich bei einem Fastfood-Restaurant halt - manchmal muss es eben schnell gehen. Auch wenn das verpackte Essen dort natürlich eine Menge Müll erzeugt, ist es zumindest möglich, dort auf Plastik zu verzichten - dachte ich mir. Burger und Pommes sind im Pappkarton verpackt, Getränke ebenfalls. Zwar habe ich bei meiner Bestellung aufgrund der Verpackung auf Ketchup und Co verzichtet, ich habe aber die Rechnung ohne Strohhalm und Deckel des Pappbechers gemacht, die aus Plastik sind.
Als eine Kollegin neulich Aufschnitt und süßen Aufstrich für ein gemeinsames Frühstück in die Redaktion mitbrachte, stellte ich mit Schrecken fest, in wieviel Plastik Aufschnitt, Käse, Salate und Schokocreme verpackt sind. Früher sah mein Frühstückstisch ähnlich aus, heute stehen bei mir nur Frischhaltedosen auf dem Tisch.
Ich kaue zwischendurch gern mal einen Kaugummi. Doch wie ich herausgefunden habe, besteht die auf der Verpackung als Zutat angegebene "Kaumasse" aus Polymeren - Kunststoffen auf Erdölbasis. Zu diesem Schluss kommt ein Marktcheck von Greenpeace aus 2013.
Während ich also versuche, meine Lebensmittel und Drogerie-Artikel ohne Plastik zu kaufen, kaue ich auf einem Plastikstreifen nach dem anderen herum. Das ist doch Wahnsinn! Das könnte allerdings auch erklären, weshalb das Kaugummi nicht abgebaut wird, sondern man auf Gehwegen auf Kaugummireste trifft, die vor Jahren unachtsam dorthin gespuckt wurden. In Zukunft gibt es dann wohl Minz-Bonbons statt Kaugummis bei mir.
• Wie geht das Experiment weiter? Unter www.kreiszeitung-wochenblatt.de/ panorama werde ich regelmäßig von meinen Erfahrungen berichten.
Sind Sie auch schon dabei, Ihren Plastikkonsum zu reduzieren oder wollen Sie damit beginnen? Berichten Sie uns von Ihren Erfahrungen und schicken Sie uns Ihre Tipps an red-buch@kreiszeitung.net, Stichwort: Plastik.