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Internet weg - keiner zuständig

Ricardo Soler arbeitet von zu Haus und ist auf schnelles Internet angewiesen
mi. Rosengarten. Die Privatisierung der Telekommunikationslandschaft sollte dem Kunden mehr Service und bessere Preise bieten, so das Versprechen. Dass dabei häufig auch das Gegenteil herauskommt, musste jetzt Ricardo Soler aus Rosengarten erleben.
Für seine Firma „Chem Tank“ bezieht Ricardo Soler Internet vom Anbieter „1+1“. Der Telefonanschluss, obwohl gekündigt, läuft bis zum Vertragsende noch über die Telekom.
Als bei „Chem Tank“ am Donnerstag, 6. Februar, Telefon und Internet ausfallen, wendet sich Ricardo Soler an die Telekom. Die zeigt sich sehr kooperativ und teilt mit, bei Bauarbeiten sei ein Verteilerkasten beschädigt worden. Außerdem schickt das Unternehmen einen Techniker. Bereits am Abend funktioniert alles wieder.
Am vergangenen Dienstag fällt das Internet erneut aus, in der Telefonleitung ist ständig ein Knacken zu hören. Der Firmeninhaber informiert „1+1“, die sehen das Problem im Leitungsnetz der Telekom.
Der Anruf bei der Telekom verläuft diesmal allerdings ernüchternd. Nach einem Telefonmarathon mit sechs Hotline-Ansprechpartnern habe man Ricardo Soler mitgeteilt, ja, es gebe eine Störung, die wohl noch bis in den April andauern werde. Als der Firmeninhaber sich daraufhin nach dem Grund erkundigte, habe der Mitarbeiter zu ihm gesagt: „Ich sehe, Sie haben ihren Telefonvertrag bei uns gekündigt und beziehen ihr Internet über einen Fremdanbieter. Sie sind kein Kunde, und ich muss ihnen darüber keine Auskunft geben.“ Die Behebung der Störung sei Sache von „1+1“.
Ricardo Solers Unternehmen ist weiterhin ohne Internet. „In meiner Branche geht es um schnelle Kommunikation. Ich kann es mir nicht erlauben, nicht erreichbar zu sein“, erklärt der Firmenchef. Mit seiner Firma koordiniert er weltweit den Transport von Flüssiggütern auf Tankschiffen.
Als das WOCHENBLATT die Telekom mit dem Problem konfrontiert, teilt Telekom-Pressesprecherin Stefanie Halle per E-Mail mit: „Wenn die besagte Firma Kunde von ‚1+1‘ ist, muss sie das auch mit ihrem Anbieter lösen. '1+1‘ unterhält die Kundenbeziehung und weiß im Übrigen auch, welche Schnittstellen sie in dem Fall anzusprechen hat.“
Bei „1+1“ zeigte man sich kooperativer: Das Unternehmen will nach Aussage von Sprecherin Svenja Kohlhaas zunächst prüfen, ob der Fehler an defekter Hardware liegt oder in sonst irgendeiner Weise mit „1+1“ in Zusammenhang steht. Ansonsten werde man sich umgehend mit der Telekom in Verbindung setzen, damit die Störung behoben wird. Ricardo Soler hofft jetzt, dass die Kooperation der beiden Anbieter reibungslos verläuft und die Störung endlich beseitigt wird.