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Kein schnelles Internet

Nicht alle Orte werden mit Glasfaseranschlüssen versorgt (Foto: archiv/jd)
 
Über sogenannte Kabelverteiler sollen die Haushalte im Landkreis Harburg zukünftig mit schnellem Internet versorgt werden (Foto: archiv/bim)
Weil bereits Vodafone-Kabel vorhanden sein sollen, werden Teile Ehestorfs nicht angebunden

as. Ehestorf/Alvesen. "Warte, ich google das schnell mal" ist ein Satz, den man in Alvesen nicht allzu häufig hört. Denn "mal schnell" geht in Alvesen, einem der "weißen Flecken" im Landkreis Harburg, nichts im Internet. Während andernorts per High-Speed-Verbindung die neuesten Serien geschaut werden, kann man sich hier noch eine Tasse Tee machen, während die Website lädt. Zwischen 1 und 3 Mbit/s ruckeln hier per Kupferkabel aus dem Netz. "Das reicht einfach nicht", sagt Ortsbürgermeister Axel Krones. Auch Teile Ehestorfs sind unterversorgt. Rund 300 Haushalte, schätzt Krones, sind in Alvesen und den Ehestorfer Bereichen Schwarze Berge und Kiekeberg davon betroffen.
Wie berichtet, investiert der Landkreis Harburg gemeinsam mit den Kommunen rund 36 Millionen Euro in den Breitbandausbau, Bund und Länder fördern das Projekt mit insgesamt 23,5 Millionen Euro. Auch wenn die Internet-anbindung in einigen Ehestorfer Randbereichen teilweise ebenso schlecht ist, wie in Alvesen, fallen sie nach derzeitigem Stand aus der Förderung und werden nicht ausgebaut. "Ehestorf ist als ein 'schwarzer Fleck' vom Netzplaner identifiziert worden – das heißt, Breitband-Geschwindigkeiten von mindestens 30 Mbit/s sind möglich", sagt Kreissprecherin Andrea Deutschmann. Der Grund: Kabel-Deutschland/Vodafone soll dort bereits Leitungen in der Straße verlegt haben. "Dort, wo ein Kabel-Deutschland/Vodafone-Kabel in der Straße am Grundstück liegt, besteht für den Grundstückseigentümer grundsätzlich die Möglichkeit eines Anschlusses um diese mindestens 30 Mbit/s zu erhalten - dort darf kein geförderter Breitbandausbau vorgenommen werden", erklärt Deutschmann. Die Kosten, die für den Anschluss an das Kabel in der Straße fällig werden, müssten die Hausbesitzer dann selbst an die Telekommunikationsunternehmen bezahlen.
Auf einer Infoveranstaltung des Landkreises machten die Ehestorfer und Alvesener jüngst ihrem Unmut Luft. Seit Jahren hoffen sie auf eine Anbindung an schnelles Internet. Immerhin: Laut Kreissprecherin Andrea Deutschmann wird der Ortsteil Ehestorf im Rahmen der laufenden Bauplanung vom Netzplaner noch einmal geprüft. Sofern zukünftige Breitband-Geschwindigkeiten die geforderten Geschwindigkeiten von 30 Mbit/s mit den bisherigen Leitungen/Kabeln nicht mehr sicherstellen können, muss unter den dann gegebenen Förderrahmenbedingungen der Bereich neu beplant werden.
Wann mit 30 Mbit/s gesurft werden kann, steht noch nicht fest. Zur Zeit läuft die Bauplanung, dann muss der Bau noch europaweit ausgeschrieben werden. Verzögert wurde der Beginn bereits durch die europaweiten Vergabeverfahren für Netzplanung, -betrieb und -bau. "Das ist auch für uns als Gemeinden frustrierend. Wir zahlen einen Zuschuss, können aber keine konkreten Aussagen gegenüber der Bevölkerung machen, wann der schnelle Internetanschluss kommt, weil sich der Ablauf verzögert", sagt Bürgermeister Seidler. Seine Kritik: "Das Verfahren ist aufgebläht, ein unnötiger bürokratischer Aufwand".