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"Motor der Industrialisierung": Sonderausstellung am Kiekeberg

Eine Ausstellung rund um die vierbeinigen "Arbeitstiere": Museumsdirektor Stefan Zimmermann (Foto, v. li.), Landrat Rainer Rempe, Stiftungsratvorsitzender Klaus-Wilfried Kienert, Fördervereinsvorsitzender Heiner Schönecke und Jürgen Hagenkötter, Leiter des Zugpferdemuseums Lütau haben jetzt die Sonderausstellung "Zugpferde. Kulturgeschichte echter Pferdestärken" im Freilichtmuseum am Kiekeberg eröffnet
Neue Sonderausstellung "Zugpferde. Kulturgeschichte echter Pferdestärken" im Freilichtmuseum am Kiekeberg

as. Ehestorf. Pferde waren lange Zeit nicht aus dem Alltag der Menschen wegzudenken. Noch heute wird die Leistungsfähigkeit eines Autos mit "Pferdestärken" angegeben. Dass der Einsatz von Zugpferden nicht so lange zurückliegt, wie gemeinhin angenommen, und dass die Pferde nicht nur auf dem Feld, sondern auch in Handel, Handwerk oder Transportwesen eine entscheidende Rolle spielten, stellt die neue Sonderausstellung des Freilichtmuseums am Kiekeberg (Am Kiekeberg 1) in Ehestorf eindrucksvoll unter Beweis. "Zugpferde. Kulturgeschichte echter Pferdestärken" ist in Kooperation mit dem Zugpferdemuseum in Lüttau entstanden.
"Die meisten denken, dass 1835 mit dem Aufkommen des "Dampfrosses" die Pferde ausgemustert wurden. Das Gegenteil ist der Fall! Da ging es mit den Zugpferden erst so richtig los!", berichtete Jürgen Hagenkötter, Leiter des Zugpferdemuseums, anlässlich der Ausstellungseröffnung. Bis in die 60er Jahre hinein waren in Deutschland Zugpferde im Einsatz. Vor allem in der Logistik und der Wirtschaft kam den Pferden eine entscheidende Rolle zu. Das Zugpferd war ein "Motor der Industrialisierung". "Ohne die bei Schwerlasttransporten eingesetzten Pferde wäre die Industrialisierung am Werkstor beendet gewesen", ist Hagenkötter überzeugt. Schwerlasttransporte für Industriegüter gehörten ebenso zum Einsatzfeld der Tiere wie der Kohletransport unter Tage im Bergwerk. Auch auf den schmalen Bergpfaden über die Alpen transportierten Pferde bis in die 1950er Jahre Frachten von bis zu 150 Kilogramm pro Tier. In Form von Pferdeomnibussen und später Pferdestraßenbahnen brachten die Tiere die Arbeiter vom Stadtrand zu den Fabriken. "Die tragende Rolle der Zugpferde in Zeiten der Industrialisierung ist heute kaum bekannt", sagt Museumsdirektor Stefan Zimmermann.
Die Ausstellung zeigt die unterschiedlichen Einsatzbereiche der Pferde und informiert über die Zusammenarbeit von Mensch und Tier. In der Ausstellung laden verschiedene Stationen zum Mitmachen ein. Unterschiedliche Gewichte und Lasten zeigen, was 1 PS wirklich bedeutet, und die Besucher nehmen die Fahrleinen selbst in die Hand. Zu den Exponaten gehören u.a. ein Wagen der Hamburger Holsten-Brauerei, ein Fallgeschirr der Wiener Feuerwehr oder eine Transportbox für Pferde, die im zweiten Weltkrieg eingesetzt wurde.
• Die Ausstellung ist noch bis zum 28. Oktober geöffnet. Der Eintritt ins Museum kostet 9 Euro, für Besucher unter 18 Jahren ist er frei. Mehr unter www.kiekeberg-museum.de.