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Nenndorf: Ortsdurchfahrt und Kreisel teurer als geplant

Die ursprüngliche Planungsskizze für den Umbau der Ortsdurchfahrt Nenndorf muss korrigiert werden: Hier ein Vorschlag (Foto: archiv / fotomontage msr)
mi. Rosengarten. Der Pannen-Kreisel aus Rosengarten (Nenndorf) ist mittlerweile im Landkreis ein Begriff. Kaum fertiggestellt war er kaputt
(das WOCHENBLATT berichtete). Jetzt eine neue Hiobsbotschaft: Bei der Finanzierung der gleichzeitig durchgeführten Erneuerung und Umgestaltung der Ortsdurchfahrt müssen Gemeinde Rosengarten und Landkreis Harburg tiefer in die Tasche greifen als geplant. Und damit nicht genug, auch bei der Instandsetzung des Kreisels ist offenbar zwischen Landkreis und Baufirma noch nicht abschließend geklärt, wer die Mehrkosten tragen muss.
Nicht korrekt verzeichnete Versorgungsleitungen, unerwartete Bodenverhältnisse, Vollpflasterung statt wie geplant Asphalt, breitere Gehwege als in der Planung vorgesehen - die Liste ist lang. Bei der Umgestaltung der Ortsdurchfahrt sorgen diverse Planabweichungen für Mehrkosten von rund 310.000 Euro. Davon trägt die Gemeinde Rosengarten 150.000 und der Landkreis Harburg 160.000 Euro. Das bestätigten beide Verwaltungen dem WOCHENBLATT. Damit steigen die Gesamtkosten für die Mammutbaustelle von 1,7 Millionen auf 2,1 Millionen Euro.
Bürgermeister Dirk Seidler sagt zu den Mehrkosten: „Das ist ärgerlich, wenn es im Laufe der Bauarbeiten zu unerwarteten Problemen kommt, aber leider kaum verhinderbar.“ Seidler weist auch darauf hin, dass sich die Kommunen im Rahmen des Ausschreibungsrechts bei der Vergabe von Aufträgen an enge rechtliche Vorgaben halten müssen. Den Auftrag erhalte - mit Rücksicht auf den Haushalt - nun mal der günstigste Anbieter.
Dass auch Großprojekte nicht zwangsläufig teurer werden müssen, zeigt das Beispiel der Hittfelder Umgehungsstraße „Südspange“ in der Nachbargemeinde Seevetal. Die Südspange blieb nicht nur im Finanzierungsrahmen, sondern war auch sechs Wochen eher als vorgesehen fertig gestellt. Ebenso verhält es sich mit dem Neubau der B75 in Dibbersen (Buchholz).
Ergebnisse von denen man im Kreishaus im Bezug auf die Ortsdurchfahrt Nenndorf nur Träumen kann.
Hier kündigt sich schon ein neues Problem an. Wer zahlt die Reparatur des Kreisels? Rückblick: Auf WOCHENBLATT-Nachfrage erklärte Kreissprecher Johannes Freudewald noch vergangenes Jahr, dass dem Landkreis keine weiteren Kosten entstünden. Jetzt äußert sich der Kreissprecher vorsichtiger. Der Kreis befinde sich in Verhandlungen mit der Baufirma . Es sei nicht ausgeschlossen, dass die Frage, wer die Kosten trägt, vor Gericht geklärt werden müsse.
Abschließend noch eine gute Nachricht: Für die endgültige Abnahme des Kreisels wird jetzt Ostern 2015 als heißer Termin gehandelt - ob dann auch endlich die hässlichen Baustellenbarken aus dem Ort verschwinden?