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(Nutz)tiere sind mehr als Fleisch

 

mi. Landkreis. Wie passt das zusammen? Haustiere überhäufen wir mit Zuneigung - bis hin zum Diamanthalsband für den Hund. Schweine und andere sogenannte Nutztiere sind dagegen nur eine Ware. Was zählt ist ein günstiger Fleischpreis - milliardenfaches Tierleid in agrarindustriellen Verwertungsfabriken inbegriffen. Immer mehr Zeitgenossen wollen diesen Gegensatz nicht mehr hinnehmen. Einer von ihnen ist Günter Garbers aus Seevetal. Mit Gleichgesinnten hat er jetzt den Verein „Lebenshof am Mühlenbach“ gegründet. Ziel ist es, für eine „Ernährungswende“ zu werben. Die sei für eine lebenswerte Zukunft ebenso wichtig, wie die Energiewende.

„Der einzige Weg, dem Elend der Nutztiere ein Ende zu setzen, ist eine Ernährung, die auf alle tierischen Produkte verzichtet“, erklärt Günter Garbers. Der gelernte Schäfermeister hatte es in der Vergangenheit durch die Rettung von „Schmusi“, einem von der Erschießung bedrohten Highland-Bullen, zu einiger Berühmtheit gebracht (das WOCHENBLATT berichtete).
„Wir möchten uns dafür einsetzen, jungen Menschen zu vermitteln, dass Tiere in den Industrienationen keine Nahrungsgrundlage mehr sein müssen“, erklärt Garbers. Neben Lobbyarbeit gehöre zum Vereinskonzept der „Lebenshof“. Hier will der Verein Nutztieren ein „tierwürdiges“ Leben bis zum natürlichen Tod ermöglichen. Geplant ist auch Jugendliche dorthin einzuladen, um ihnen Nutztiere als fühlende Wesen näher zu bringen. „Wer mal ein Rind gestreichelt und hautnah erlebt hat, wird in ihm mehr sehen als ein Steak“, so Garbers. Auf dem Hof leben derzeit außer Bulle „Schmusi“ auch drei halbstarke Rinder, 45 Schafe, zwei Schweine und drei Ziegen.
Ein Verzicht auf alles vom Tier? Mancher mag Garbers und seine Mitstreiter für Träumer halten, doch für eine vegane Ernährung gibt es Gründe. Das sind nicht nur Tierskandale wie jüngst in Anlagen der Firma Straathof in Sachsen-Anhalt. Hinzu kommt: der Hunger auf „Tier“ schadet Umwelt und Menschen auf dem gesamten Globus.
Eine 2013 von der Heinrich-Böll-Stiftung, dem Bund für Umwelt- und Naturschutz und der Monatszeitung „Le Monde diplomatique“ herausgegebene Studie macht nachdenklich: Die Futtermittelproduktion verbraucht demnach weltweit riesige Flächen für den Sojaanbau. Land, das den Menschen in armen Ländern zur Ernährungssicherung fehlt. „Unsere Tiere fressen den Menschen dort das Essen vom Teller“, spitzt Garbers zu. Ähnlich beim Wasser: Für die Produktion von nur einen Kilo Rindfleisch werden rund 15.000 Liter Wasser benötigt. Weltweit haben dagegen derzeit rund 1,1 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.
Stichwort Klimawandel: Experten gehen davon aus, dass die weltweite Massentierhaltung einen Anteil von ca. 40 bis 50 Prozent an der Produktion des Klimakillers Methan hat.
Auch wenn diese Zahlen umstritten sind - Garbers und seine Mitstreiter sind sich sicher: „Mit unserer derzeitigen Ernährung zerstören wir die Zukunft kommender Generationen“.
• Für seine Arbeit, ist der Verein auf Spenden angewiesen. Infos bei Günter Garbers unter Tel. 0160-91355112 und unter http://www.lebenshof-am-muehlenbach.de