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"Plötzlich stand ich vor Prinz Charles"!

Diese Tankstelle in Sprötze besuchte in den 50er Jahren Prinz Charles (Foto: Kiekeberg)

Forschungsprojekt des Kiekebergs fördert interessante Geschichte über Sprötzer Tankstelle zutage

mi. Buchholz. Ein gemeinsames Forschungsprojekt des Freilichtmuseums am Kiekeberg und der Universitäten Hamburg und Kiel untersucht derzeit unter dem Titel"Bauen und Wohnen im Landkreis nach 1945" u.a., wie sich das Leben und der Alltag beim Wohnen seit dem Kriegsende verändert haben.
Im Rahmen dieses Projekts widmen sich die Forscher auch den vielen kleinen familienbetriebenen Tankstellen, die es in den 1950er Jahren im Landkreis gab.
Eine dieser Tankstellen stand in Sprötze bei Buchholz. Der Familienbetrieb wurde noch bis 1997 von der heute 92-jährigen Gertrud Stein zusammen mit ihrem Mann Wilhelm geführt. Die ehemalige Tankstellenbesitzerin erinnert sich an eine ganz besondere Geschichte: "Prinz Charles hat bei uns getankt", erzählt sie begeistert. Zu ihrer Tankstelle seien häufig britische Besatzungssoldaten gekommen. Eines Tages im Jahr 1970 hielt ein Auto, begleitet von drei Motorrädern, an der Tankstelle. Getrud Stein: "Dann stieg einer aus. Mensch, denk ich, das ist doch Prinz Charles! Ich lief zum Wagen und wollte gerade den Tankdeckel abschrauben, da sagte der Prinz: 'Lassen Sie nur ich bediene mich schon'. "Das war wohl unser berühmtester Kunde", sagt Gertrud Stein.
Vieles sei damals anders gewesen: "Tankstellenbetreiber, dass war ein anstrengender Beruf". Elektrische Pumpen gab es noch nicht, das Benzin musste von Hand zum Zapfhahn befördert werden. Feste Arbeitszeiten hatte sie auch nicht. "Wer tanken wollte, der klingelte, und dann kam jemand von uns und bediente", so Getrud Stein. Die Tankstelle sei früher auch ein Ort der Begegnung gewesen. Viele Kunden kannte sie mit Namen. "Nach dem tanken wurde dann auch mal ein kleines Pläuschen gehalten", erinnert sich die ehemalige Tankstellenbetreiberin.
Kleine familienbetriebene Tankstellen, wie die von Gertrud Stein, gab es damals viele. Durch das Wirtschaftswunder stieg die Anzahl der Autos und damit der Kraftstoffbedarf rasant an. "Mit dem Forschungsprojekt, wollen wir die Geschichte dieser kleinen Familienunternehmen untersuchen", erklärt Professor Rolf Wiese vom Freilichtmuseum am Kiekberg.
• Das Forschungsprojekt sucht weitere Quellen rund um alte Tankstellen im Landkreis. Zum Beispiel Fotos oder interessante Geschichten. Kontakt: unter E-Mail streibel@kiekeberg-museum.de.