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Postkutschenverein steht vor großen Aufgaben: Giebel kaputt und Abwasserrohre marode

Da ist der Wurm drin: Das Fachwerk an der Westseite des Fösterhuus ist morsch (Foto: archiv / as)
as. Klecken. Es sind ganz schön dicke Bretter, die der Vorstand des Vereins Postkutsche Lüneburger Heide derzeit bohren muss. Der Vereinssitz, das "Ole Fösterhuus" im Kleckerwald, ist in die Jahre gekommen. 1966 hatte der Verein das 1852 erbaute Gebäude vor dem Abbruch gerettet und mit viel Eigenleistungen und -mitteln ohne öffentliche Zuschüsse saniert. Ob das jetzt ein zweites Mal gelingt, ist fraglich, denn es gibt einige Großbaustellen.
Das Eichenständerwerk im Fachwerk an der westlichen Giebelseite des denkmalgeschützten Gebäudes ist teilweise marode. Hinzu kommt ein Schädlingsbefall im Dachgebälk des Hauses. Bereits 2015 wurde in einem Gutachten ein umfassender Sanierungsbedarf festgestellt. Wie berichtet, beliefen sich die Kosten der Instandsetzung schon damals auf rund 300.000 Euro, eine Summe, die die rund 250 Mitglieder des Vereins auch heute aus eigenen Mitteln nicht stemmen können. Die Wand wurde vorerst mit Draht gesichert.
Hinzu kommen jetzt starke Verschleißerscheinungen an den rund 60 Jahre alten Abflussrohren. "Es läuft noch alles ab, aber es wäre gut, die Rohre bald auszutauschen", sagt der Vorsitzende Wolfgang Schnitter. Ihm liegt dafür ein Kostenvoranschlag im fünfstelligen Bereich vor.
Die defekten Rohre und die in die Jahre gekommene Anlage bereiten dem Vorstand Sorgen. Die 250 Mitglieder könnten nur einen Teil der Sanierungskosten tragen. "Die Frage ist, wie wir andere Einnahmen generieren können. Bislang finanzieren wir uns durch Spenden und Mitgliedsbeiträge." Vielleicht könnten die Mitglieder auch einiges in Eigenleistung machen, um so Kosten zu sparen, hofft Schnitter.
Eine zusätzliche Belastung stellen die Auseinandersetzungen im Vorstand im vergangenen Jahr dar. Nach dem Rücktritt des zweiten Vorsitzenden Bodo Malzahn, Beisitzerin Stefanie Malzahn und des für die Jugendarbeit zuständigen Marco Stöver (das WOCHENBLATT berichtete) musste sich der Verein erst einmal neu orientieren.
Nicht bei allen kommt die neue Ausrichtung des Vereins gut an. Der inzwischen aus dem Verein ausgetretene Bodo Malzahn wirft dem Vorstand vor, das Kinderprogramm gestrichen zu haben, die Sanierung des Fösterhuus und Probleme mit der Kläranlage zu verschleppen. "Das Vereinsziel scheint sich in die Belustigung seiner Vorstandsmitglieder und einiger Auserwählter gewandelt zu haben, dabei ist das Haus von der Stilllegung und somit der Verein in seiner Existenz bedroht. Aber vielleicht täusche ich mich und diese Probleme sind alle längst behoben", kritisiert Malzahn.
Ganz so schwarz sieht der Vorsitzende Wolfgang Schnitter die Zukunft des Fösterhuus nicht. Zwar seien die Abwasserwerte der Kleinkläranlage in 2016 und 2017 nicht in Ordnung gewesen, bestätigt der Vorsitzende. "Die Werte, die bemängelt wurden, waren bei der Kontrolle in diesem Jahr aber wieder im normalen Bereich, an der Anlage muss nichts gemacht werden."
Schnitter hat Kontakt zum Kreisdenkmalpfleger aufgenommen, um zu prüfen, ob für die Sanierung des Giebels Mittel aus öffentlicher Hand in Anspruch genommen werden können und eine Genehmigung für die Denkmalpflege beantragt. Kurzfristigen Handlungsbedarf sieht er nicht. "Es ist die Frage, ob die Lage so dramatisch ist, dass die Wand morgen umkippt: Nein, das Haus ist sicher."
Auch in Sachen Jugendarbeit weist er die Vorwürfe zurück. "Für Kinder werden bei uns weiterhin Veranstaltungen angeboten. Bis auf die Ferienfreizeit ist alles beim alten geblieben", sagt Schnitter. Allerdings habe sich nach dem Austritt Stövers, der u.a. die Ferienfreizeit organisiert hat, der Fokus des Vereins verschoben, räumt Schnitter ein. Im Jahresprogramm finden sich vor allem Lesungen, Konzerte und Klönabende für Erwachsene. In den vergangenen Jahren hätten die Veranstaltungen für Kinder dominiert, das sei von einigen Mitgliedern kritisiert worden. "Neben den Kindern gibt es ja auch andere Menschen, die der Postkutsche zugetan sind." In der Satzung festgehalten sind neben der Jugendpflege vor allem die Heimatpflege und die Erhaltung des Brauchtums der Postkutsche. "Alle diese Felder zu beackern, ist nicht ganz einfach."
Viele Baustellen also, an denen der Verein arbeiten muss. Wie die Probleme gelöst werden können, ist jetzt Thema auf der Jahreshauptversammlung am Dienstag, 24. April, um 19.30 Uhr im Fösterhuus im Kleckerwald. Schnitter: "Wir müssen die Probleme jetzt angehen, denn die Kosten werden nicht geringer."