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Stellmacherei: Es fehlt EU-Geld

Das Wohnhaus der alten Stellmacherei ist bereits restauriert. Hier sollen ein kleines Museum und ein Café entstehen

Verzögert sich die Eröffnung, weil Mittel aus dem Dorferneuerungsprogramm erst im kommenden Jahr fließen?

mi. Langenrehm. Eigentlich sollten historisch interessierte Besucher schon Ende dieses Jahres in Langenrehm die alte Handwerkskunst des Wagenbaus kennenlernen können. Dann wollte das Freilichtmuseum am Kiekeberg dort in der alten Stellmacherei seine neueste Außenstelle eröffnen. Doch jetzt könnte sich sich der Zeitplan verzögern. Der Grund: Es fehlen EU-Gelder.
„Wir sind völlig frei, wann wir eröffnen. Die Verzögerungen sind zwar ärgerlich, aber für das Freilichtmuseum kein Beinbruch“, so Museumsdirektor Rolf Wiese.
Rückblick: Nach dem Tod des letzten Besitzers 2009 erwarb die Gemeinde Rosengarten die in den 1920er Jahren erbaute Kutscherwerkstatt für rund 200.000 Euro von einer Erbengemeinschaft und rettete das historische Gebäude-Ensemble bestehend aus Wohnhaus und Werkstatt so vor dem Abriss. Die Gemeinde übertrug dann vergangenes Jahr die Nutzungsrechte an das Freilichtmuseum am Kiekeberg. Ziel war es, die alte Stellmacherei als Museum für Besucher zu öffnen. Derzeit wird das Gebäude für geschätzte 600.000 Euro renoviert und zum Museum umgebaut. Finanziert wird das vor allem aus den Mitteln des Dorferneuerungsprogramms des EU-Förderprogramms für integrierte ländliche Entwicklung. Die aktuellen Mittel seien allerdings bereits komplett verwendet worden, so Museumsdirektor Rolf Wiese. Das Problem: Ohne frische EU-Gelder wollen auch die weiteren Finanziers, die Sparkassenstiftung, die Bingo-Umweltstiftung der Metropolregion und der Förderverein des Freilichtmuseums lieber auf die nächste Förderperiode im kommenden Jahr warten.
Rolf Wiese: „Förderanträge sind bereits gestellt, wir gehen davon aus, dass im kommenden Jahr wieder Zuwendungen aus dem Dorferneuerungsprogramm fließen.“
Die Arbeiten seien dabei schon weit vorangekommen. Der Innenausbau des Wohnhauses wurde fertiggestellt und auch eine Heizung ist bereits installiert. Das Gebäude soll einmal ein Museum und ein kleines Café beherbergen. Im kommenden Jahr soll dann die angeschlossene Werkstatt restauriert werden. Wenn alles fertig ist, soll dort wieder - wie in alten Zeiten - ein Stellmacher arbeiten, der Besuchern hautnah Einblicke in diese alte Handwerkskunst vermittelt. Rolf Wiese: „Wir führen bereits Gespräche mit einem Gestüt bei Celle, das noch eine eigene Kutschenmacherwerkstatt betreibt, um einen passenden Kandidaten zu finden.“ Auf Dauer will der Museumsdirektor in Langenrehm ein wissenschaftliches Fachzentrum für altes Handwerk etablieren. Die Idee: Ein Schaubetrieb, der seine Produkte zum Kauf anbietet und vielleicht sogar selbst in alten Berufen wie der Stellmacherei ausbildet.