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Teenager auf der Pirsch: Joleen Roeingh und Falk Riedel sind die jüngsten Jäger im Landkreis

Joleen Roeingh und Falk Riedel (Foto) haben kürzlich ihren Jagdschein gemacht - mit 16 Jahren. Zu ihrer Ausbildung gehörte auch das Fährten lesen. „Hier wurde eine Taube gerissen“, sind sie sicher
(as).Waidmanns Heil! Joleen Roeingh und Falk Riedel aus Buchholz sind derzeit die jüngsten Jungjäger im Landkreis Harburg: Mit 16 Jahren haben sie ihren Jagdschein gemacht.
Falk und Joleen stammen beide aus Jägerfamilien. „Ich bin mit der Jagd großgeworden, habe meinen Vater von klein auf auf der Jagd begleitet“, sagt Falk. Auch Joleen ist über ihre Familie zum Jagen gekommen. Sowohl ihr Bruder als auch ihr Vater besitzen den Jagdschein. „Als ich mit der Ausbildung begonnen habe, war ich mir nicht sicher, ob ich überhaupt aktiv jagen möchte“, sagt Joleen. „Mir gefällt es auch, einfach auf dem Hochsitz zu sitzen und zu schauen welche Tiere vorbei kommen, die Natur zu genießen“, so die Jungjägerin. „Das Schießen ist nur ein kleiner Teil der achtmonatigen Ausbildung. Wir legen Wert darauf, dass unsere Schüler das Waid-Handwerk verstehen und in Verbundenheit mit der Natur erlernen“, sagt Paul Marin, Leiter der Ausbildungsgruppe Rosengarten der Jägerschaft des Landkreis Harburg. Zwei mal pro Woche büffeln die angehenden Jungjäger Theorie, hinzu kommen u.a. Reviergänge mit einem ehemaligen Förster. „Man lernt total viel über die Natur, wie die Bäume heißen, über die Lebensweisen der unterschiedlichen Tiere im Wald von Singvögeln bis zum Hochwild. Ich gehe jetzt mit einem ganz anderen Blick durch den Wald“, sagt Falk begeistert.
Joleen hat vor Kurzem ihren ersten Bock geschossen. Ein ganz besonderes Erlebnis für das junge Mädchen: „Als ich den Bock gesehen habe, war mein Puls auf 180“, berichtet Joleen. Sie war aufgeregt, wollte keine Fehler machen, die das Tier unnötig leiden lassen. „Ich habe mir bewusst Zeit gelassen, bis der Bock richtig stand“. Denn einfach draufhalten und schießen, das geht nicht. Der Bock muss so stehen, dass die Breitseite dem Jäger zugewandt ist, zudem sollte sich ein sogenannter „Kugelfang“ hinter dem Tier befinden, z.B. ein Erdhang, in den die Kugel nach dem Durchschuss einschlagen kann. An dem Tag passte alles. Nach dem Schuss ging sie dann mit dem Hund los, den Bock suchen, denn nicht immer sieht der Jäger von seinem Hochsitz aus, wo das Tier liegt. „Als ich ihn gefunden hatte, war ich erleichtert: der Schuss ging direkt ins Herz, das Tier war sofort tot.“ Auch Falk war schon mit seinem Vater auf der Pirsch. Erlegt hat er aber noch nichts. „Bis jetzt hat es einfach noch nicht gepasst“, sagt Falk.
Trotz der guten Vorbereitung hatte die Prüfung es in sich. 3.000 Fragen aus fünf Fächern (Tierwelt, Jagdwaffen, Naturschutz und Jagdbetrieb, Behandlung erlegten Wildes, Jagdrecht) mussten Falk und Joleen allein in der schriftlichen Prüfung beantworten, hinzu kamen die mündliche und die praktische Prüfung. „Nicht umsonst wird der Jagdschein auch grünes Abitur genannt“, sagt Joleen. „Wir haben viel Zeit in die Ausbildung investiert, aber es hat sich gelohnt“, ergänzt Falk.