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Vier Monate für einen Fahrkartenautomaten

Sand im Getriebe: Bei der Metronom-Eisenbahngesellschaft stauen sich die Reparaturen

as. Buchholz. Bei der Metronom-AG läuft es zur Zeit nicht rund. Fahrkartenautomaten fallen monatelang aus, die Echtzeit-Fahrplanauskunft funktioniert nicht und aufgrund eines Oberleitungsschadens mussten letzte Woche sechs Lokomotiven mit defekten Stromabnehmern in die Werkstatt - Zugausfälle waren die Folge.
Davon betroffen waren vor allem die Pendler auf der Strecke Rotenburg-Hamburg. Dort wurden seit Mittwoch letzter Woche mehrere Verbindungen gestrichen. Darunter auch der in Rotenburg um 6.14 Uhr startende Zug, der gleich an mehreren Tagen ausfiel. "Für Berufspendler und Schüler ist das ein unhaltbarer Zustand", beschwerte sich ein Fahrgast des Metronoms. Besonders prekär: Die Echtzeit-Fahrplan-Auskunft ist seit 17. September defekt, die App funktioniert auch nicht. Die auf die frühen Züge angewiesenen Berufspendler erfuhren so erst am Bahnsteig von den Ausfällen.
Fahrgästen wurde empfohlen, auf frühere oder spätere Verbindungen auszuweichen - und sich über die Homepage, Twitter oder Facebook auf dem Laufenden zu halten. Eine Information, die wohl nicht alle Pendler erreicht hat. Trotz mehrfacher Nachfrage zu den Zug-Ausfällen erfolgte keine Reaktion der Metronom-AG.
Einem Update auf der Hompage der Eisenbahngesellschaft zufolge konnte der Regelbetrieb ab Donnerstag wieder aufgenommen werden.
Die defekten Stromabnehmer sind jedoch nicht das einzige Problem, dem der Metronom zur Zeit gegenüber steht.
In Klecken wurde schon vor einiger Zeit ein durch Vandalismus beschädigter Fahrkartenautomat abgebaut. Der Automat befindet sich seit Juni in der Werkstatt (das WOCHENBLATT berichtete). Zur Zeit müssten sieben durch Vandalismus beschädigte Fahrkartenautomaten überarbeitet werden, zudem müssten alle Automaten mit dem neuen Fahrplan bespielt werden - in der Werkstatt gebe es deshalb einen Reparaturstau, erklärt Björn Pamperin, Pressesprecher der Metronom-AG, die Reparaturzeit von mittlerweile vier Monaten.
Ein Schild, das auf den Ausfall des Automaten hinweist, findet sich am Bahnhof nicht. Es habe ein solches Schild gegeben, dass aber gestohlen worden sei, so Pamperin. Ein Ersatzschild wurde bis jetzt nicht angebracht. Lückenhafte Fahrgastinformation, eine defekte App, keine Ersatzschilder, vier Monate um einen Automaten zu reparieren - beim Metronom scheint Sand im Getriebe zu sein.
Reisende könnten sich entweder eine Fahrkarte am Automaten auf dem anderen Gleis kaufen oder das Zugticket bei Fahrtantritt im Zug beim Fahrgastbegleiter erstehen, empfiehlt der Sprecher. Eine hilfreiche Information, die sich sicherlich auch gut auf einem Hinweisschild am Kleckener Bahnhof machen würde.