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Von Los Angeles nach Rosengarten

Dayan Kodua war gerade im Altonaer Theater in Michael Bogdanovs "Mephisto" als "Juliette" zu sehen

Die Schauspielerin Dayan Kodua kam als Zehnjährige von Ghana nach Deutschland ihr Traum auf der Bühne stehen

„An Rosengarten gefallen mir die steilen Hügel, hier sieht es ein bisschen aus wie in Los Angeles“. Von dort ist Schauspielerin Dayan Kodua (32) zusammen mit ihrem Mann und dem zweijährigen Sohn gerade wieder zurück nach Deutschland gekommen, um im Altonaer Theater in Michael Bogdanovs „Mephisto“ die Rolle der Juliette zu spielen.
Dayan Kodua hat erreicht, wovon andere träumen: eine Karriere als Schauspielerin. Als zehnjähriges Mädchen kam sie mit ihren Eltern aus ihrem Geburtsland Ghana nach Deutschland, wohnte in Kiel.
„Mich zog es schon immer auf die Bühne“, erzählt sie. Der erste Auftritt ihres Lebens misslang allerdings. „Als kleines Mädchen wollte ich beim Krippenspiel unbedingt einen langen Monolog übernehmen“, erinnert sich die Schauspielerin. Auf der Bühne bekam sie dann aber keinen Ton heraus. Doch das tat ihren Ambitionen keinen Abbruch.
Und dann ging es Schlag auf Schlag: Ihre ersten Auftritte hatte sie als Sängerin und Tänzerin bei Chris de Burgh und Haddaway. Nach dem Abitur folgte Schauspielunterricht in Berlin und Los Angeles sowie Auftritte als Model. 2001 wird Dayan Kodua die erste schwarze Miss Schleswig-Holstein.
Heute weiß sie: Um Erfolg zu haben, braucht es oft mehr als den Sieg in einer Casting-Show. Disziplin, harte Arbeit und Kritikfähigkeit sind wichtig. „Ich habe auch Niederlagen erlitten“, sagt Dayan Kodua. So bekam die schwarze Schauspielerin in Deutschland oft nur Klischeerollen wie „der Flüchtling“ oder „die Prostituierte“ angeboten. In den USA spielte sie dagegen u.a. in Serien wie „Boston Legal“ und dem Kinofilm „Crank“ mit. Dayan Kodua: „Schade, dass in Deutschland vielerorts immer noch so ein Schubladendenken herrscht.“
Im deutschen TV war sie u.a in den Serien „Der Dicke“ und „Unter Verdacht“ zu sehen.
Und was wäre jetzt ihre Traumrolle im Fernsehen? „‘Traumrollen‘, so was gibt es für mich nicht - jede Rolle kann interessant gespielt werden“, sagt sie, überlegt dann nochmal kurz und lacht: „Ich bin großer Tatort-Fan, Kommissarin in einem ‚Rosengarten-Tatort‘ das wäre doch was.“