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"Wir haben von nichts gewußt"

Das Hotel Rosengarten von Familie Heitmann in Tötensen. Hier sollen keine Asylbewerber untergebracht werden.
mi. Rosengarten. Im kleinen Rosengarten-Ort Tötensen herrscht derzeit Unruhe: Familie Heitmann hat einen Teil des Hotels Rosengarten, ein großes Apartmenthaus, verkauft. Der neue Besitzer will dort Asylbewerber unterbringen (das WOCHENBLATT berichtete). Das gefällt offenbar vielen Bürgern nicht. Ihren Unmut bekamen auch die Heitmanns zu spüren, obwohl sie betonen, die Immobilie aus privaten Gründen einfach nur verkauft zu haben.
Die Heitmanns wollten für einen künftigen Ruhestand vorsorgen und verkauften deswegen das Apartmenthaus an Unternehmer Steffen Lücking. In der Immobilie praktiziert u.a. ein Zahnarzt, die Apartments werden als Monteurs-Unterkunft genutzt.
Eigentlich geht der Verkauf auch niemanden etwas an. Allerdings - die Tinte auf dem Vertrag ist gerade trocken - da bietet Lücking die Immobilie dem Landkreis als potentielle Flüchtlingsunterkunft an. Jetzt stellt Karin Heitmann klar: „Wir haben nie über eine Nutzung der Apartments als Unterkunft für Asylbewerber gesprochen. Im Gespräch waren Eigentumswohnungen, dafür waren sogar schon Baugenehmigungen beantragt.“ Steffen Lücking bestätigt die Version der Heitmanns. Den Entschluss, im Apartmenthaus Asylbewerber unterzubringen, habe er erst viel später gefasst, so Lücking.

Kommentar:

Besser im Apartment als in der Turnhalle

Na, dann ist ja wieder alles in Butter. Zumindest die alteingesessene Hoteliers-Familie ist nicht Schuld, wenn Tötensen mit Asybewerbern „überschwemmt“ wird. Allerdings: Vielleicht sind die Bürger dort den Heitmanns oder Steffen Lücking sogar eines Tages dankbar. Denn Fakt ist: Der Landkreis muss bis Ende des Jahre noch 1.853 Flüchtlinge unterbringen. Derzeit fehlen dafür 1.496 Plätze. Ändert sich das nicht, dann muss der Kreis bald Turnhallen und andere von den Bürgern genutzte Gebäude requirieren. Davon könnte dann theoretisch auch die Turnhalle der örtlichen Grundschule betroffen sein. Da ist das Apartmenthaus doch die bessere Lösung - oder?
Mitja Schrader