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Chance für private Investoren? Bauausschuss will Grundstück für Kommunale Wohnungsbaugesellschaft verkleinern

Der Bauausschuss in Rosengarten hat sich dafür ausgesprochen, im geplanten Wohngebiet "Grotesche Heide" in Nenndorf auch Flächen für private Investoren, die Mehrfamilienhäuser bauen wollen, bereitzuhalten (Foto: archiv)
as. Nenndorf.Die Gemeinde Rosengarten ist Mitglied in der Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft, die das Ziel hat, bezahlbaren Wohnraum für mittlere und kleine Einkommensbezieher zu schaffen. 50 dieser Wohneinheiten sollen in Rosengarten entstehen, dafür muss sich die Gemeinde mit einem Kapital von 1.170.000 Euro in die Gesellschaft einbringen - oder alternativ Flächen für Wohnungsbau zur Verfügung stellen. Im Bauausschuss wurden jetzt zwei Grundstücke vorgestellt, die die Verwaltung dafür als Anteil einbringen will: Ein rund 3.500 Quadratmeter großes Grundstück im Wohngebiet „Grotesche Heide“ in Nenndorf, auf dem drei Mehrfamilienhäuser Platz finden, sowie ein etwa 1.700 Quadratmeter großes Grundstück an der Bahnhofstraße in Klecken, auf dem sich bis zum Brand im Dezember 2015 eine Sozialunterkunft befand.
Nicht alle Mitglieder des Bauausschusses waren mit dieser Auswahl einverstanden. „Müssen gleich so viele Gebäude der Wohnungsbaugesellschaft in Nenndorf und Klecken entstehen? Kann man das nicht besser über die Gemeinde verteilen?“, fragte Hans-Hermann Böttcher (SPD). Er schlug vor, nur ein Drittel des Grundstücks in Nenndorf als Kapital in die Wohnungsbaugesellschaft zu geben. „Jetzt sind ja nur die Grundstücke, die wir als Kapital einbringen wollen, Thema“, erklärte Bürgermeister Dirk Seidler. Mit diesen Flächen würden ohnehin keine 50 Wohneinheiten erreicht, darüber hinaus müsse Gemeinde noch weitere Grundstücke an die Gesellschaft verkaufen, die über die Gemeinde verteilt sind, führte Seidler aus. Joachim Becker (FDP) sprang Böttcher zur Seite: „Ich halte den Einwand für richtig. In der Groteschen Heide sind sonst keine weiteren Flächen für Privatinvestoren, die Mehrfamilienhäuser bauen wollen, vorgesehen. Auch Privatinvestoren können bezahlbaren Wohnungsraum schaffen“, kritisierte Becker. Heftige Kritik erntete dieser Vorstoß von Marco Stöver (CDU). „Das ist doch nicht sozial!“ Dirk Seidler sprach sich dafür aus, das Grundstück in der Groteschen Heide vollständig in die Hand der Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft zu geben. „Die Gemeinde sitzt im Aufsichtsrat. U.a. könnten wir Einfluss darauf nehmen, wer dort einzieht“, sagte Seidler. Zudem solle der geförderte Wohnungsbau langfristig in Rosengarten wirken, Verträge mit privaten Investoren würden häufig nach 15 Jahren auslaufen, so Seidler.
Mit drei Fürstimmen, zwei Enthaltungen und zwei Gegenstimmen folgte der Bauausschuss dem Antrag Böttchers und empfahl, nur ein Drittel der Nenndorfer Fläche zusätzlich zu dem Grundstück in Klecken als Kapital für den sozialen Wohnungsbau einzubringen.
„Dieser Antrag hat uns überrascht“, sagt der Erste Gemeinderat Carsten Peters. Es sei schließlich schon immer angedeutet worden, dass die Fläche in der Groteschen Heide für die Wohnungsbaugesellschaft genutzt werden soll. „Die anderen zwei Drittel des Grundstücks fehlen uns für unseren Anteil, mehr als die Hälfte muss jetzt in bar beigesteuert werden“, sagt Peters. Hatte die Verwaltung gehofft, die rund 1,1 Millionen über die Grundstücke einbringen zu können, steht ihr jetzt nur circa 515.000 Euro an Grundstückswert zur Verfügung. „Wir haben kein neues Grundstück parat, das wir stattdessen einbringen könnten“, sagt Peters. Denn als Kapital kann nur vollständig erschlossenes Bauland eingebracht werden. „Wir warten jetzt aber erst mal ab, wie der Verwaltungsausschuss die Situation bewertet“, sagt der Erste Gemeinderat.