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„Da kommt mir die Galle hoch!“

Klaus-Wilfried Kienert (Foto: mi)
 
Peter Krause vor dem abgesackten Vereinsheim (Foto: mi)

Sanierung der „Dunkenkuhle“ mit Baubeteiligung der Turnerschaft? Vorstand von Politik enttäuscht

as. Nenndorf. Mit der Sanierung der Sportanlage Dunkenkuhle soll es weitergehen. Der Sportausschuss beantragte, für die Sanierungsarbeiten 200.000 Euro im kommenden Haushalt bereitzustellen. Dafür soll sich die Turnerschaft Westerhof an den Kosten beteiligen.
Die auf einer ehemaligen Müllkippe errichtete Sportanlage der Turnerschaft Westerhof ist aufgrund einer Absenkung des Bodens stark sanierungsbedürftig. Die Frage, in welcher Form der Platz saniert werden soll, beschäftigt die Gemeinde schon seit Längerem. Die ersten Kostenvoranschläge für die Erneuerung des Platzes waren mit Kosten von rund 600.000 Euro zu teuer für die Gemeinde. Eine Arbeitsgruppe aus Mitgliedern der Verwaltung, der Politik, dem Vorstand der Turnerschaft Westerhof und dem Ortsrat Tötensen sollte gemeinsam eine kostengünstigere Lösung entwickeln. Das ist der Arbeitsgruppe gelungen, für die jüngst vorgestellten drei neuen Varianten konnten die Kosten auf etwa 300.000 Euro halbiert werden. Zunächst schien es so, als ob sich alle Beteiligten auf die folgende Variante einigen konnten:
Die Lage des Spielfelds bleibt gleich, das Spielfeld und der Südbereich des Platzes (dort hat über der Deponie die größte Senkung stattgefunden) werden mit Drainagen versehen und an das vorhandene Entwässerungssystem angeschlossen. Die Senkung wird aufgefüllt, eine Weitsprunganlage und eine vierspurige Sprintgerade angelegt. Die Laufbahn, die bisher nicht nutzbar war, wird im Südbereich mit Holzschnitzeln befestigt und die Kugelstoßringe im Norden des Platzes saniert. Auch der Planer Michael Pülm vom Ingenieurbüro Richter sprach sich für diese Variante zum Preis von rund 325.000 Euro aus.
Klaus-Wilfried Kienert, stellvertretender Bürgermeister und Mitglied des Sportausschusses, verwies auf die angespannte finanzielle Lage der Gemeinde, und forderte den Sportverein dazu auf, sich am Bauvorhaben zu beteiligen. Sein Antrag: Eine der drei auf der Sitzung vorgestellten Varianten solle in Verhandlungen mit Turnerschaft Westerhof und Verwaltung durchgeführt werden, die Turnerschaft solle die Bauherrschaft übernehmen. Die Gemeinde solle für die Sanierung 200.000 Euro im Haushalt 2016/17 bereitstellen, mit der Möglichkeit, in einem Nachhaushalt weitere Mittel zu beantragen.
Eine Eigenbeteiligung des Vereins wurde bereits im Zuge der ersten, teureren Entwürfe diskutiert. Das Argument: der Sportverein könne im Gegenzug zur Gemeinde Fördermittel beim Landessportbund beantragen. Das Problem: Für Fremdförderungen müsste der Verein 20 Prozent der Baukosten einbringen, im Falle der nun bevorzugten Sanierungsvariante sind das ca. 65.000 Euro.
Der Vorstand der Turnerschaft wirkte angesichts dieses Vorschlags wie vor den Kopf gestoßen. Dem ersten Vorsitzenden Peter Krause platzte der Kragen. Im Arbeitskreis sei man allerlei Kompromisse eingegangen, so Krause, um die Kosten zu senken. Nun von der Politik zu erfahren, dass der Verein wieder in die Pflicht genommen würde, finde er unerhört. „Da kommt mir die Galle hoch“, lauteten die deutlichen Worte des Vorstands.
Klaus-Wilfried Kienert sieht sich missverstanden. „Ich bin enttäuscht, dass unser Vorschlag als Willkürakt der Politik aufgefasst wird. Das stimmt nicht“, so Kienert. Vonseiten der Gemeinde würde alles getan werden, um die Sanierung voranzubringen. Angesichts knapper Kassen müsse man bei einer Summe dieser Größenordnung eben alle Mittel ausschöpfen. In der Vergangenheit hätten sich andere Vereine auch eingebracht. „Ich finde, ein bisschen Einsatz kann man von der Turnerschaft doch auch verlangen“, so Kienert. Schließlich sei ja zu der direkten finanziellen Abmachung, wer sich in welcher Höhe an den Kosten beteiligen soll, noch kein Vorschlag gemacht worden, das sei noch zu verhandeln. Ob und wie sich Verein und Verwaltung einig werden, bleibt abzuwarten.