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Eine neue Krippe in Vahrendorf

Die Karte zeigt mögliche Standorte (rot) für die neue Kita mit Krippen- und Elementargruppe die in Vahrendorf entstehen soll (Foto: archiv)
mi. Rosengarten. Wie viele Kitaplätze (Krippe und Elementargruppe) müssen wir wohl in diesem Jahr zur Verfügung stellen, damit der Rechtsanspruch der Eltern erfüllt werden kann, das fragt man sich derzeit in vielen Rathäusern, so auch in der Gemeinde Rosengarten. Daran schließt sich dann die Frage an: Wie viele neue Kindergärten müssen dieses Jahr gebaut werden? Für Rosengarten ist die Frage diesmal mit 14 fehlenden Krippenplätzen und einem anstehenden Kindergartenneubau zu beantworten.
Die größten Engpässe gibt es bei den Krippenplätzen in Vahrendorf, hier fehlen neun der 14 Plätze. Die restlichen verteilen sich auf Tötensen (vier) und Klecken (einer). Diese Zahlen nannte Jörn Klein, bei der Gemeinde Rosengarten zuständig für Kinder- und Jugendangelegenheiten, jetzt auf der Sitzung des Ausschusses für Kinderbetreuung. Die Verwaltung rate der Politik daher dringend zum Bau einer weiteren Kita mit Krippen- und Elementargruppe.
Diese neue Kita soll demnach in Vahrendorf entstehen. Im Gespräch sind ein Anbau bzw. Neubau möglichst in der Nähe des bestehenden Kindergartens (Am Kirchweg) oder ein Neubau auf einem Grundstück an der Ehestorfer Straße. gegenüber der Schule. Auch ohne Grunderwerb fallen nach groben Schätzungen der Verwaltung mindestens 700.000 Euro für den Bau an. Geld, dass im aktuellen Haushalt nicht eingeplant sei. Und das auch nicht da ist, ließe sich mit Blick auf ein gerade so gestopftes 650.000 Euro-Loch hinzufügen (das WOCHENBLATT berichtete).
Bürgermeister Dirk Seidler regte an, zumindest eine Ermächtigung zum Abruf weiterer Gelder vorzunehmen. Hintergrund: Nur so ist gewährleistet, dass die Gemeinde Aufträge vergeben und damit die Planung zügig auf den Weg bringen kann.
Ein weiteres heißes Eisen fasste der Ausschuss mit den Kindergartenbeiträgen an. Größtes Ärgernis bei vielen Eltern: Die ans Bruttogehalt gekoppelten Beitragsbemessungsgrenzen. Ab einem Gesamtgehalt von mehr als 4.500 Euro brutto zahlen Eltern in Rosengarten den Höchstbeitrag von 370 Euro pro Kind für einen Ganztagsplatz (8 Std.) Das betrifft laut Verwaltung ca. 74 Prozent aller Eltern.
Bei der Gebührenhöhe bewege sich Rosengarten aber im oberen Mittelfeld. Buchholz sei mit 505 Euro (Krippe) deutlich teurer, Hanstedt mit 262 Euro aber auch deutlich günstiger. Der Ausschuss war sich daher einig, an der Beitragshöhe festzuhalten. Die Politik sprach sich allerdings dafür aus, neue Gehaltsstufen über der 4.500-Euro-Schwelle zu prüfen. Das Thema wollen die Parteien jetzt intern diskutieren.
„Ich zahle jetzt schon 670 Euro für Kitas und soll bald auch noch schwächere Einkommen entlasten? Ich bin nicht der Geldbeutel der Nation“, so ein aufgebrachter Vater an die Adresse der Politik. Wo sei die bei der Wahl versprochene Familienfreundlichkeit? Mit seiner Fundamentalkritik sprach er wohl vielen Eltern aus der Seele. Bürgermeister Dirk Seidler äußerte Verständnis, stellte aber auch klar: „Kindergärten sind nicht das einzige für das die Gemeinde zuständig ist“. Schon jetzt gebe Rosengarten für Kita-Personal im Jahr rund 1,5 Millionen aus. Die Gebühren deckten dabei gerade einmal 30 Prozent der Kosten ab. „Wenn wir hier mehr Geld ausgeben wollen, müssen wir an anderer Stelle kürzen oder die Steuern erhöhen“, so Seidler. Schuld an der Situation sei auch das Land Niedersachsen, das Kitas längst nicht so stark bezuschusse wie andere Bundesländer.