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Fahrradweg in Eckel und Klecken: Ortsräte geben nicht auf

"Hier können Radfahrer sicher fahren": Eckels Ortsbürgermeister Marco Stöver und der Ortsrat möchten abseits der Kreisstraßen für Fahrradfahrer eine Alternativroute von Eckel nach Klecken ausweisen (Foto: as)
Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht im Rosengartener Verkehrsausschuss diskutiert

as. Nenndorf. Darf man in Eckel und Klecken auf dem Fußweg Fahrrad fahren oder nicht? Mit dieser Frage beschäftigte sich jetzt der Ausschuss für Umwelt, Verkehr und Naherholung der Gemeinde Rosengarten.
Wie berichtet, setzt der Landkreis Harburg die Straßenverkehrsordnung um und holt die Fahrradfahrer auf die Straße. Die ehemals kombinierten Rad- und Fußwege entlang der K12 und K61 (Buchholzer Straße, Bahnhofstraße und Bürgermeister-Glade-Straße) sind den Fußgängern und fahrradfahrenden Kindern bis zehn Jahren vorbehalten, die Radfahrer müssen die Fahrbahn benutzen, statt wie bisher den Gehweg. Der Grund: Laut Landkreis besteht keine Gefahrenlage, die die Radwegepflicht an diesen Stellen rechtfertigt. Die Ortsbürgermeister Marco Stöver (Eckel) und Anke Grabe (Klecken), die Ortsräte und Bürger sind angesichts des Schwerlastverkehrs anderer Ansicht (das WOCHENBLATT berichtete), sie möchten Fahrradfahrern weiterhin ermöglichen, an der K12 und K61 den Gehweg zu benutzen.
Anke Grabe sprach sich u.a. für eine stringente Führung des Fahrradverkehrs aus. Radfahrer, die von der Bendestorfer Straße kommen, dürften in Klecken durch das Schild "Radfahrer frei" bis zur Kreuzung Bahnhofsstraße/Mühlenstraße den Fußweg benutzen. Ab der Kreuzung gilt das nicht mehr, hier sollen sie dann auf der Straße fahren. "Wenn eine Hälfte der Strecke für Fußgänger und Radfahrer genutzt werden kann, wieso dann nicht auch die andere Hälfte? Das ergibt keinen Sinn!" so Grabe. Speziell wenn viel Verkehr herrsche, müsse es den Fahrradfahrern erlaubt sein, auch auf dem Fußweg zu fahren.
Auch Marco Stöver sprach dafür aus, den Fahrradfahrern das Fahren auf dem Gehweg zu ermöglichen. Zusätzlich regte er an, für Fahrradfahrer abseits der Kreisstraße eine Alternativroute von Eckel nach Klecken auszuschildern. Die Route führt durch den Vaenser Weg, die Neu-Eckeler Straße, den Buschwindröschenweg und Haidkoppel.
Der Vorschlag der Verwaltung, einen Schutzstreifen zu beantragen, wurde vom Gremium abgelehnt, da die notwendige Fahrbahnbreite von 7 Metern nicht an allen Stellen erreicht wird.
Der Ausschuss folgte dem Vorschlag der Ortsbürgermeister: Die Gemeinde soll beim Landkreis die Freigabe des Gehwegs für Radfahrer an der K12 und K61 von Eckel nach Klecken durch das Zusatzschild "Radfahrer frei" beantragen. Weiterhin soll für Fahrradfahrer eine Alternativroute von Eckel nach Klecken ausgeschildert werden. Der Ausschuss sprach sich zudem dafür aus, die Ortsbürgermeister zukünftig zu den Beratungen mit dem Landkreis hinzuzuziehen.
Carsten Peters, Erster Gemeinderat in Rosengarten, ist allerdings skeptisch, was den Erfolg betrifft. "Der Antrag wurde bereits mehrfach gestellt, auch von anderen Gemeinden - bislang ohne Erfolg", so Peters. "Wir werden aber alles versuchen."
Wie geht es weiter, wenn der Antrag abgewiesen wird? "Es gibt immer die Möglichkeit, gegen die Beschilderung zu klagen, das muss dann aber die Politik beschließen. Übrigens kann auch jeder Bürger dagegen klagen", sagt Carsten Peters.

Auf ein Wort

"Für Fußgänger angstfrei erlebbar"
Der Landkreis Harburg setzt die geltende Straßenverkehrsordnung (StVO) um. Dabei beruft er u.a. sich auf ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes von 2010, nach dem eine Radwegebenutzungspflicht nur bei einer "qualifizierten Gefahrenlage" angeordnet werden darf. Enge Fahrbahnen, Raser und Schwerlasttransporte gehören offenbar nicht dazu. Also müssen Fahrradfahrer in Eckel und Klecken auf die Straße.
Für einen Fahrradschutzstreifen oder einen getrennten Fahrradweg sind aber die Fahrbahn und der Gehweg zu schmal - Kleckens Ortsbürgermeisterin Anke Grabe stellt zu Recht die Frage, weshalb nicht im Vorwege bei den ohnehin anstehenden Straßenbauarbeiten die Abschaffung der Radwegebenutzungspflicht berücksichtigt und Gehweg oder Fahrbahn verbreitert wurden. Hat man Alternativen geprüft oder schlichtweg nach Kostengründen entschieden?
Der Gehweg, der jahrelang von Fußgängern und Fahrradfahrern ohne nennenswerte Zwischenfälle gemeinsam genutzt wurde, ist plötzlich zu schmal, um die Verkehrssicherheit der Fußgänger zu garantieren. "Für Fußgänger sollen Fußgängerverkehrsanlagen angstfrei erlebbar sein", heißt es in einer E-Mail des Landkreises, die dem Ausschuss vorgelegt wurde. Wie haben die Fußgänger in Klecken und Eckel bloß in der Vergangenheit ihren Weg gemeistert? Mit schwitzigen Händen und Herzrasen?
Ob die Fahrradfahrer ein "angstfreies Erlebnis" haben, wenn sie zwischen Kieslastern und Landmaschinen fahren müssen, spielt scheinbar keine Rolle.
Es mag richtig sein, die StVO umzusetzen. Sinn macht es vielerorts aber nicht.