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Friedhof Klecken: Ein hinderlicher Weg zum Grab

Auch wer schlecht zu Fuß ist, hat das Recht, bei jedem Wetter die Gräber seiner Lieben zu erreichen

Sanierung der Wege auf dem Kleckener Friedhof sorgt für Diskussionen


ab. Nenndorf.ab. Nenndorf. „Wie soll ich denn zukünftig zum Grab meines Mannes kommen?“, fragt eine besorgte Bürgerin. „Ich bin nicht mehr so gut zu Fuß.“ Ihre Sorge scheint berechtigt zu sein: Die Wege auf dem Friedhof in Klecken sollen bei einer geplanten Sanierung weder asphaltiert noch gepflastert werden. Einzig Feinkies, Glensanda genannt, soll bei der Verbesserung verwendet werden. Das beschloss der Rat der Gemeinde Rosengarten auf seiner jüngsten Sitzung - allerdings nicht im Einvernehmen aller Ratsmitglieder.

Der Abstimmung ging eine rege Diskussion voraus: Axel Krones (CDU) hatte vorgeschlagen, die gerade bei Regen schlecht begehbaren Hauptwege „ordentlich zu befestigen“, also entweder zu asphaltieren oder zu bepflastern. Oder zumindest vor dem Ausbringen des Feinkieses einen entsprechenden Unterbau herzustellen, um zu verhindern, dass die Wege nach kürzester Zeit wieder genauso aussehen, wie derzeit.

Krones schlug vor, die aktuelle Ausschreibung für das Vorhaben aufzuheben. Sie sei fehlerhaft. Die Maßnahme müsse ergänzt und neu ausgeschrieben werden.
Hans-Hermann Böttcher (SPD) stimmte dem nicht zu. Eine Asphaltierung habe nie zur Debatte gestanden. „Ich sehe keine Veranlassung dazu, die Wege weiter auszubauen“, so Böttcher.

Volkmar Block (Grüne) pflichtete seinem Vorredner bei. „Ein Ausbau würde weitere Kosten verursachen. Die Sanierung mit Glensanda müsste ausreichen.“
Krones zeigte sich weiter unzufrieden. „Bestattungsunternehmen beschweren sich darüber, dass sie bei Regen beim Sargtragen einsacken.“ Das müsse geändert werden. Doch mit diesem Wunsch stehen Krones und seine Fraktionsmitglieder allein da. „Wenn wir das Vorhaben jetzt zurückstellen, um die Ausschreibung abzuändern, müssen wir mit der Sanierung der Wege wieder ein Jahr warten“, argumentierte Böttcher.

Dass bei einer Asphaltierung ein komplett neues Konzept erforderlich sei, warf Carsten Peters von der Gemeindeverwaltung ein. „Dann kämen noch ganz andere Fakten ins Spiel“, sagte Peters. Beim Asphaltieren der Wege müsse beispielsweise über die Oberflächenentwässerung nachgedacht werden. Möglicherweise könnten dann auch Radfahrer auf dem Friedhof zum Problem werden. „Ich empfehle, das Projekt jetzt in Angriff zu nehmen“, schloss Peters.

Der Antrag der CDU, die Ausschreibung zurückzuziehen und neu zu verhandeln, wurde in der Ratssitzung abgelehnt. Den Auftrag erhält die Firma Heuer aus Rosengarten-Hinteln. Sie hatte für Klinkersanierung des Rondells, der Gräber-Nebenwege, der Teilbegradigung und Wegsanierung mit 39.074 Euro das günstigste Angebot vorgelegt. Krones ist überzeugt, dass hier am falschen Ende gespart wird: „Ich bin kein Fachmann, aber ich schätze, dass ein Mehraufwand für den Unterbau bei ca. 12.000 Euro liegt.“